Hier entsteht Neues
Die Osterkerze 2026 in St. Andreas Emsbüren ist wohl einmalig. Alle zwei Jahre dürfen Jugendliche aus der Gemeinde die Kerze gestalten. In diesem Jahr übernahmen Hannah Egbers und Tina Klümper sowie die Gemeindereferentin Jana Brüning diesen besonderen Dienst. Dieses Mal steht die Kerze unter dem Motto „verändert bleiben“ – das Motto, was auch die Transformation im Bistum Osnabrück begleitet.
Auch wenn jede Osterkerze individuell gestaltet ist, gibt es einige feste Symbole, die nicht fehlen dürfen. Das Kreuz als Zeichen für Jesus Christus, die Jahreszahl sowie die Zeichen Alpha und Omega, sie stehen für Anfang und Ende. Fünf Nägel oder Wachspunkte erinnern an die Wunden Jesu und werden in der Regel vor dem Entzünden in der Osternacht in die Kerze gesteckt. Diese Symbole verbinden die Kerzen weltweit miteinander – und lassen gleichzeitig Raum für kreative Ideen.
Bei der Gestaltung der Kerze in Emsbüren sollte das Jahresthema „verändert bleiben“ aufgegriffen werden. Dafür haben die beiden Jugendlichen Hannah und Tina sich gemeinsam mit Gemeindereferentin Jana Brüning gefragt, wie das Thema symbolisch gut auf der Osterkerze dargestellt werden könnte. „Wir haben das Thema für den Transformationsprozess zu unserem Jahresthema gemacht“, erklärt die Gemeindereferentin. Begleitet wird das Motto durch den Nebensatz „Denn was uns trägt, bewegt uns“.

Dem Kirchspiel Emsbüren ist es ein Anliegen, die Gemeindemitglieder auf diesen Prozess mitzunehmen und gemeinsam zu schauen, was die Gemeinde vor Ort ausmacht. Dem fügt Jana Brüning noch hin zu: „Das, was uns trägt, was bleiben soll, bringt uns unumgänglich in Bewegung. Für uns ist klar: Nur diejenigen, die sich verändern, können auch bleiben. Gleichzeitig gilt: Nur wer bleibt, kann sich verändern.“
Entschieden haben sie sich für ein gebrochenes Kreuz, aus dem neues Leben wächst. „Das gebrochene Kreuz ist ein starkes Zeichen dafür, dass Brüche und Veränderungen Teil unseres Lebens und Glaubens sind. Aus Zerbrochenem kann Neues entstehen – das hat Jesus an Ostern auf eindrückliche Weise gezeigt“, erklärt Jana Brüning. Ergänzt wird dieses Motiv durch eine aufgehende Sonne, die für Hoffnung, Licht und einen neuen Anfang steht. Sie macht sichtbar: Nach jeder Dunkelheit kann neues Leben wachsen. Und auf der Rückseite der Kerze findet sich das Motto „verändert bleiben“ wieder. „Allerdings nur, wenn man die Perspektive verändert“, erklärt Jana Brüning. „So lädt uns die Osterkerze dazu ein, den eigenen Blickwinkel immer wieder zu hinterfragen und offen zu bleiben für das, was sich wandelt. Denn im christlichen Glauben gilt: Wer sich verändern lässt, kann neu wachsen.“
Wer selbst eine Osterkerze gestalten möchte, braucht dafür nicht viel und kann diese auch in der Osternacht oder im Anschluss an der Osterkerze in der Kirche entzünden: eine (weiße) Kerze, Wachsplatten oder -stifte und Ideen, die zum eigenen Leben passen – schon kann es losgehen. Ob schlicht oder aufwendig: Entscheidend ist nicht die Perfektion, sondern die Bedeutung und die Einmaligkeit sowie der Prozess dahinter – das zeigt auch die Kerze in Emsbüren.
Die Osterkerze begleitet die Gemeinde durch das ganze Jahr – bei Taufen, Erstkommunionen oder Beerdigungen. Immer wieder erinnert sie daran: Neues Leben ist möglich und Neues entsteht – mitten in unserer Welt.