Ostersymbole und Osterbräuche

Viele bunte Ostereier
Bild: fotolia.de, jfunk

An Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu, die Grundlage und Kern des christlichen Glaubens ist. Ostern gilt als großes Hoffnungsfest für alle Menschen. Weil Jesus auferstanden ist, darf jede und jeder von uns darauf vertrauen, dass der Tod nicht das Ende ist. Oster wird als das älteste und wichtigste Fest im Kirchenjahr gefeiert.

Es ist aus dem jüdischen Pessachfest hervorgegangen, an dem an die Befreiung der Israeliten aus ägyptischer Gefangenschaft erinnert wird. Der Name „Ostern“ stammt vermutlich vom griechischen Wort „éos“, was „Morgenröte“ bedeutet. Die Morgensonne steht im christlichen Glauben symbolisch für den auferstandenen Christus, denn im ersten Licht des Tages wurde sein leeres Grab entdeckt. Seit dem Ersten Konzil von Nizäa im Jahre 325 nach Christus wird Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gefeiert.

Im Zusammenhang mit Ostern gibt es zahlreiche Symbole und Bräuche. Wir haben die wichtigsten für Sie zusammengestellt:

Osterfeuer, Bild: medienREHvier.de, Stephanie Jegliczka
Das Osterfeuer ist ein Symbol für Jesus, das Licht der Welt (Bild: medienREHvier.de, Stephanie Jegliczka)

Das Licht

Das Entzünden des Osterfeuers ist ein zentrales Ereignis des Osterfestes. Das Feuer wird in der Osternacht vor der Kirche entfacht und geweiht. Daran wird die Osterkerze entzündet, die dann mit einer feierlicher Prozession und dem Ruf „Christus, das Licht. Dank sei Gott.“ in die noch dunkle Kirche getragen wird. Feuer, das Licht, das die Finsternis erhellt, ist Menschen schon seit Urzeiten heilig gewesen als Symbol für das Leben. Die christliche Tradition bezieht sich hier speziell auf Jesus, der von sich selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt.“ Die Osternacht, in der Jesus den Tod besiegt hat, wird deswegen auch besonders gefeiert. So heißt es hier im Lobgesang: „Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: Die Nacht wird hell wie der Tag. Der Glanz dieser heiligen Nacht nimmt den Frevel hinweg, reinigt von Schuld, gibt den Sündern die Unschuld, den trauernden Freude.“ Als Erinnerung an die Ereignisse dieser Nacht steht die Osterkerze in der Osterzeit, die bis Pfingsten dauert, im Altarraum und wird während der Gottesdienste entzündet. Danach wird sie als österliches Symbol in der Nähe des Taufbeckens aufgestellt.

Osterlamm, Bild: fotolia.de, Herzenslust
Gebackenes Lamm ist eine typische Speise zum Osterkaffee (Bild: fotolia.de, Herzenslust)

Das Lamm

Zum christlichen Osterfest gehört auch das Osterlamm. Das hat weniger damit zu tun, dass zur Osterzeit die ersten Lämmchen geboren werden und Lammbraten auf vielen Speisekarten steht. Stattdessen ist dieses Symbol aus dem jüdischen Ritual entstanden, zum Pessachfest ein Lamm zu schlachten. Für Christen steht der Opfertod des Lammes für den Tod Jesu, der sich für die Menschen geopfert hat. Das zeigt sich auch in der Bibel, wenn Jesus von Johannes dem Täufer mit folgenden Worten angekündigt wird: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Häufig wird das Lamm mit einer Fahne dargestellt, die Jesu Sieg über den Tod symbolisiert. Mit seinem weißen Fell ist das Lamm außerdem ein Symbol für Reinheit und Unschuld und damit ein Zeichen des Friedens. Als Ersatz für das echte Opferlamm gehören heute in vielen Haushalten gebackene Lämmchen auf den Festtagstisch.

Ostereier, Bild: medienREHvier.de, Anja Brunsmann
Ostereier, Symbol der Auferstehung und des Lebens (Bild: medienREHvier.de, Anja Brunsmann)

Das Ei

Eier sind in den meisten Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Bereits in der Urchristenzeit waren sie Sinnbild der Auferstehung; Toten wurde deswegen häufig ein Ei mit ins Grab gelegt. Die harte, kalte Schale des Eis erinnert an ein verschlossenes Grab. Das Besondere: Im Inneren wächst neues Leben! Beim Schlüpfen sprengt das Küken die Schale des Eis, so wie Jesus seine Grabkammer aufgebrochen hat und von den Toten auferstanden ist.  Darüber hinaus verweisen die Form des Eie – ohne Anfang und Ende – und die Frage, ob zuerst Ei oder Huhn da war, auf das Geheimnis der Ewigkeit. Begünstigt wurde das Aufkommen des Ostereis vermutlich durch den Umstand, dass früher zur Fastenzeit auch der Verzehr von Eiern verboten war, so dass sich bis Ostern viele Eier in den Haushalten ansammelten, die gekocht wurden, um sie haltbar zu machen. Zum Fastenbrechen wurden diese Eier dann verschenkt und gegessen. Das klassische Osterei ist übrigens rot gefärbt – die Farbe des Blutes Christi.

Osterhase, Bild: medienREHvier.de, Helga Brunsmann
Versteckt die Eier und manchmal auch sich selbst: der Osterhase (Bild: medienREHvier.de, Helga Brunsmann)

Der Hase

Für den Hasen als Ostertier gibt es viele Erklärungen. Im byzantinischen Reich war der Hase ein Symbol für Jesus Christus, der von den Toten auferstanden ist, denn Hasen haben keine Augenlider. Weil sie daher immer mit halb geöffneten Augen dösen, wirkt es, als schliefen sie nie – ähnlich wie Jesus, der auch im Tod nicht entschlafen, sondern auferstanden ist. Außerdem ist der Hase eines der ersten Tiere, dass im Frühjahr aktiv wird und mit seinen vielen Jungen ein Paradebeispiel für Fruchtbarkeit und Leben. Auch die Terminierung des Osterfestes am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond lässt eine Verbindung zum Hasen zu, denn der Hase gilt als Mondtier.

Wie es zu der Legende kam, dass der Hase die Ostereier versteckt, ist ebenfalls nicht eindeutig überliefert. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass er häufig längere Zeit geduckt an einer Stelle verharrt, um dann blitzschnell davon zu hoppeln – fast so, als hätte er etwas zu verbergen…