Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE)

„Im Kampf gegen die Pandemie müssen wir uns auch ethischen Fragen stellen. Welche Maßnahmen haben welche existentiellen und sozialen Folgen für die Menschen, insbesondere für Schwächere und Benachteiligte? Da wollen wir hingucken und hinhören.“ So umschreibt Dr. Martin Splett, Hospizreferent und Klinikseelsorger, das Anliegen des Gremiums, dem er für Bischof Bode angehört. Wir haben einmal in einem kurzen Interview mit Martin Splett über die Initiative gesprochen:

Wie ist es zur Initiative Niedersächsischer Ethikrat gekommen?

Als die ersten Auswirkungen von Schutzmaßnahmen gegen Corona spürbar wurden, gab es Anlass zur Sorge, dass dabei viele Menschen und Personengruppen zu kurz kommen. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, und Thela Wernstedt, Palliativmedizinerin und Landtagsabgeordnete, haben sich Ende April mit den Bischöfen Bode und Meister zusammengetan, um eine Initiative auf den Weg zu bringen, die ethischen Fragen rund um die Folgen der Corona-Krise nachgehen soll. Daraus ist mittlerweile ein unabhängiges Gremium mit rund einem Dutzend Mitgliedern geworden.

Weiter Infos

Was will die Initiative erreichen?

Zum einen geht es darum, im Umgang mit der Corona-Pandemie darauf zu achten, welche sozialen Folgen politische Maßnahmen oder gesellschaftliche Verhaltensweisen haben, insbesondere für Schwächere und ohnehin Benachteiligte. Die Initiative Ethikrat will Politik und Öffentlichkeit für ethische Fragen, für Themen wie Gerechtigkeit und Solidarität sensibilisieren. Zugleich tritt sie für gesellschaftliche Mitbestimmung ein und möchte denen eine Stimme geben, die sonst vielleicht zu wenig Gehör finden.

Welche konkreten Vorhaben stehen an?

Die Initiative wird sich in den kommenden Monaten mit sozialethischen Stellungnahmen zu Maßnahmen gegen Corona einbringen. Ein erster Aufschlag ist mit einem Papier noch vor der Sommerpause gemacht, das die Situation der jungen Generation aufgreift. Demnächst wollen wir in Hearings von jungen Menschen erfahren, was die Corona-Krise und ihre bisherige Bekämpfung für ihr Leben bedeutet. Nach einem Papier mit Anregungen und Vorschlägen dazu werden wir weitere betroffene gesellschaftliche Gruppen in den Blick nehmen – ethische Themen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise gibt es genug.

Dr. Martin Splett, in Vertretung von Bischof Dr. Franz-Josef Bode ständiges Mitglieder der Initiative Niedersächsischer Ethikrat (www.ethikrat-niedersachsen.de)