Lass dich berühren

Bild: unsplash.com, Everton Vila

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.

Markus 1,29-34a

 

Vorgeschichte am See von Galiläa: Simon (Petrus) geht mit seinem Bruder Andreas seiner Arbeit als Fischer nach; da begegnet ihm dieser Wanderprediger: Komm mit mir, sagt der, ich mache dich zum Menschenfischer. Und sogleich lässt Simon die Netze liegen und folgt Jesus nach. Frau, Familie, Arbeit, Einkommen – was soll nun werden? Die Schwiegermutter des Simon bricht zusammen, liegt mit Fieber im Bett. Das Bett steht im Haus des Simon in einem Kaff namens Kafarnaum, direkt am See.

Die Arztpraxen sind voll von Menschen, die nicht nur krank, sondern gekränkt sind. Was am See von Galiläa mit ihrem Simon passiert ist, hat der Schwiegermutter die Kraft genommen. Sie kann nicht mehr, schon gar nicht sorgen für die, die ihrem Hause anvertraut sind.

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Schauplatz Kafarnaum: Nach seinem erstem Auftreten in der Synagoge von Kafarnaum gehen Jakobus und Johannes mit Jesus in das Haus des Simon. Die Menschen staunen über seine Lehre. Jetzt sind sie auch noch Dorfgespräch. Sie sprechen mit Jesus über die erkrankte Schwiegermutter. Wie wird die Begegnung ausgehen? Ganz einfach: Jesus geht zu ihr, fasst sie an der Hand, richtet sie auf. Und dann heißt es, als sei es das Normalste von der Welt: Das Fieber ging zurück, sie sorgte wieder für sie.

Da ist viel mehr geschehen. Zwischen den Zeilen, zwischen den Beiden, ist etwas gewachsen, was Halt und Zuversicht gibt. Vertrauen zum Beispiel und neue Kraft. Wer Jesus begegnet, wer sich von ihm berühren lässt, kommt wieder auf die Beine, erfährt Heilung. Die Menschen im Dorf, im Kaff Kafarnaum, haben das noch am gleichen Tag verstanden.

Gerrit Schulte, Diakon