Nach Hause kommen – an vielen Orten der Welt

Sonne scheint im Wald
Bild: unsplash.com, Ju On

In diesen Tagen treffe ich mich mit alten Bekannten zur Neujahrswanderung. Wir gehen im Teutoburger Wald oder Wiehengebirge eine längere Etappe. Unterwegs wird viel erzählt von Arbeit, Politik, Familie und Freunden. Zum Abschluss gibt es in einer Gaststätte ein Grünkohlessen. Schon über Jahrzehnte geht das so. Es ist ein fester Termin im Kalender.

Wir kennen uns aus Zeiten der gemeinsamen Jugendarbeit im BDKJ. So manches Wochenende mit Gruppenleiterschulungen oder Tagen religiöser Bildung im Marstall Clemenswerth, im Haus Maria Frieden/Rulle und in Ahmsen haben wir gestaltet. Dieser Einsatz hat unser Leben mitgeprägt. Heute ist die Beziehung zur Kirche und zum christlichen Glauben allerdings sehr unterschiedlich. Außerdem leben wir verstreut in ganz Norddeutschland. Ich frage mich immer wieder: Warum findet diese Wanderung so ein Interesse?

Über den Autor

Theo Paul ist Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Verwaltung des Bistums. In seinen Blogbeiträgen greift er gerne aktuelle Themen auf.

Sicher auch deshalb, weil mit diesem Treff der Wunsch nach Beheimatung verbunden ist. Vertraute Umgebung mit vertrauten Menschen vermittelt Geborgenheit und Sicherheit. Bei aller Flexibilität und Beweglichkeit brauchen wir Orte und Personen, die uns wissen lassen: „Ich bin nicht allein.“

Zurzeit wird überhaupt viel über Heimat und Beheimatung gesprochen und diskutiert. Der „Heimat“-Begriff erlebt eine Renaissance. Er ist dabei nicht mehr mit unserem Geburtsort identisch, nicht mehr nur an einen Herkunftsort gebunden. Wie „Kindheit“ bleibt „Heimat“ immer auch ein Sehnsuchtsbegriff für Überschaubarkeit und Geborgenheit.

So kann ich nach Hause kommen an vielen Orten der Welt. Entscheidend ist: Daheim bin ich mit Vertrauten. Unsere Wanderung ist ein schöner Ort meiner Beheimatung.

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