Offen für Gott

Heißluftballons am Himmel
Bild: unsplash.com, Guilherme Garcia

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

Johannes 3,16-18

Neulich war ich mit dem Zug unterwegs. Auf dem Bahnsteig standen viele Menschen dicht nebeneinander – und trotzdem wirkte jeder für sich allein. Fast alle hatten Kopfhörer im Ohr oder blickten auf ihr Handy. Niemand schaute wirklich auf. Niemand sprach miteinander.

Und plötzlich fragte ich mich, wie sehr wir uns eigentlich voreinander schützen.

Vielleicht, weil echte Begegnung anstrengend geworden ist. Vielleicht auch, weil sie etwas mit uns macht. Wer dem anderen wirklich begegnet, bleibt nicht ganz unberührt.

In den letzten Wochen hat mich der Gedanke der „Resonanz“ beschäftigt. Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt damit jene Momente, in denen uns etwas wirklich erreicht. Ein Mensch. Ein Wort. Musik. Natur. Oder vielleicht auch Gott.

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Resonanz lässt sich nicht machen. Sie geschieht dort, wo wir offen werden. Wo wir uns ansprechen lassen.

Im Evangelium dieses Sonntags heißt es: „Gott hat die Welt so sehr geliebt …“ Für mich steckt darin ein Gott, der nicht auf Distanz bleibt. Ein Gott, der sich zeigt und mitteilt. Christen glauben an den dreifaltigen Gott — Vater, Sohn und Heiliger Geist. Vielleicht bedeutet das auch: Gott begegnet uns immer wieder neu. In verschiedenen Formen. Im Leben. In Menschen. In Momenten, die uns innerlich berühren.

Aber dazu braucht es Offenheit.

Vielleicht überhören wir vieles, weil unser Leben so voll geworden ist. Voll von Nachrichten, Stimmen und Ablenkung. Und manchmal vielleicht auch voll von Angst. Denn wer sich berühren lässt, macht sich verletzlich.

Und trotzdem sehnen wir uns genau danach: wirklich gemeint zu sein. Verbunden zu sein. Nicht nur zu funktionieren, sondern lebendig zu werden.

Der Dreifaltigkeitssonntag erinnert mich daran, dass Glauben vielleicht genau dort beginnt: nicht im Erklären Gottes, sondern im Offenbleiben. Für Gott. Für andere Menschen. Für das Leben.

Denn vielleicht begegnet Gott uns oft viel leiser, als wir erwarten.

Maria Freitag

Heiterkeit des Herzens ist
Leben für den Menschen

Jesus Sirach 30,22
Sommer, Sonnenuntergang, Meer, lächeln