Orgelmusik

Mann spielt auf einer Orgel
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Die Orgel ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil christlicher Gottesdienste. Sie übernimmt dabei ganz unterschiedliche Funktionen. Mal bleibt sie als Begleitinstrument der Gemeinde zurückhaltend im Hintergrund, dann wieder werden „alle Register gezogen“ und sie erfüllt das ganze Kirchenschiff mit ihrem wunderbaren Klang.

Die Orgel schafft dabei ganz verschiedene Klangfarben, von einer leisen Blockflöte über verschiedene Streichinstrumente bis hin zu kräftigen Trompeten und Posaunen. So entlockt der Organist seinem Instrument Musik, bei der man zu sich finden und zur Ruhe kommen kann. Musik aber auch, um freudig den Glauben zu verkünden.

Dominique Sauer an der Orgel im Osnabrücker Dom, Bild: kirchenbote.de
Von der Hauptorgel blickt Domorganist Dominique Sauer direkt ins Kirchenschiff. Bild: Kirchenbote

Das Bistum Osnabrück hat eine reiche und vielfältige Orgellandschaft mit Instrumenten vom 17. Jahrhundert bis heute. Neben den fünfzehn hauptamtlichen Organisten setzt sich eine große Anzahl ehrenamtlicher und nebenberuflicher Kirchenmusiker für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste ein. Die Orgel als „Königin der Instrumente“ begeistert außerdem in zahlreichen Konzerten die Zuhörer durch ihre große Wandlungsfähigkeit.

Mit 57 Registern und 3650 Pfeifen ist die Hauptorgel im Dom eine der größten Orgeln im Bistum Osnabrück. Erbaut von der Firma Kuhn aus der Schweiz wurde sie am 3. Advent 2003 eingeweiht. Interessant ist der neue Standort der Orgel: Das Instrument wurde über dem Hauptportal um die schöne Westrose herumgebaut, um diese nicht zu verdecken. Nicht weniger ungewöhnlich ist auch die Sitzposition des Organisten: Von seinem Arbeitsplatz in luftiger Höhe blickt er durch ein gläsernes Notenpult direkt zum Altar.

Die zweite Orgel im Dom

Die Chororgel (1898) von Mutin-Cavaillé-Coll, Bild: Bistum Osnabrück
Die Chororgel (1898) von Mutin-Cavaillé-Coll Bild: Bistum Osnabrück

Der Osnabrücker Dom verfügt seit 1999 noch über ein zweites besonderes Instrument: eine Chororgel aus der berühmten Pariser Orgelwerkstatt Mutin-Cavaillé-Coll. Im nördlichen Querschiff stehend übernimmt sie mit ihren 15 Registern die Begleitung der Chöre am Dom. Doch auch in Konzerten wird das Instrument von 1898 aufgrund seiner französischen, romantischen Klangfarbe gerne gespielt.

Neben diesen beiden Instrumenten gibt es im Bistum Osnabrück noch viele „besondere“ Orgeln. Manche sind frisch restauriert, andere historische Originale und wieder andere vor kurzem erst gebaut.

Hörproben zum Genießen

Hier finden Sie Hörproben der beiden Orgeln im Osnabrücker Dom. Das erste Werk ist das Präludium über B-A-C-H von Franz Liszt (1811-1886). Die Aufnahme ist von der CD „Die neue Kuhn-Orgel im Dom zu Osnabrück“, eingespielt von Domorganist Dominique Sauer.


Und hier können Sie das Andante cantabile aus der 4. Symphonie op. 13.4 von Charles-Marie Widor (1844-1937) auf der Chororgel hören. Die Einspielung stammt ebenfalls von Dominique Sauer und findet sich auf der CD „Die Cavaillé-Coll-Mutin-Orgel im Dom zu Osnabrück“.