Verändert bleiben: Wir dienen dem Leben

Hände halten Kaffeetasse
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Der vierte Orientierungspunkt, an dem sich der Transformationsprozess im Bistum Osnabrück ausrichtet, trägt die Überschrift „Wir dienen dem Leben“. Hier schreibt Bischof Dominicus darüber, wie diese Idee die Erfahrung von Veränderung beeinflussen kann und was das mit den Jüngern Jesu zu tun hat:

„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“: So formuliert es Jesus im Johannes-Evangelium (Joh 10,10). Als katholische Kirche, als Christinnen und Christen sind wir die Botschafterinnen und Botschafter dieses kraftvollen Versprechens.

Was bedeutet das aber in dieser Zeit?

Dazu gibt der Text zum Orientierungspunkt einige Hinweise: Seelsorge, die dem Leben dient, entfaltet sich in verschiedenen Dimensionen. Es geht um den ganzen Menschen, in allen Lebenssituationen und in Krisen. Es geht darum, Menschen zu helfen, auf ihre eigene Weise den Glauben zu entdecken und mit ihnen ihre besonderen Momente mitzufeiern. Mir ist wichtig, dass auch unsere liturgischen Feiern die lebensfrohe Botschaft Jesu spürbar machen – dass sie helfen in den Fragen und Nöten des Alltags und uns öffnen für das Geheimnis Gottes.

Orientierungspunkt zukünftige Kirche im Bistum Osnabrück

Dabei bin ich überzeugt: Die konkrete Umsetzung einer solchen Haltung in kirchliches und christliches Handeln kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Das Leben ist vielfältig, die Sorgen der Menschen außerhalb und innerhalb unserer Kirche haben viele Namen, der Wunsch nach Begleitung und Beistand hat ganz unterschiedliche Formen.
Die Antworten, die unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger finden, werden genauso vielfältig sein. Eine wichtige Kompetenz dafür ist, gut hinzuhören und hinzuschauen. Daraus erwächst eine vielfältige Pastoral, zu der ich schon im vergangenen Monat einige Gedanken formuliert habe (Orientierungspunkt „Wir gestalten Pastoral“).

Mir ist sehr bewusst, dass das in Zeiten, in denen sich vieles verändert, nicht immer einfach ist und uns stark herausfordert. Sensibel für die Sorgen und Bedürfnisse anderer zu sein, wenn man selbst verunsichert ist oder Fragen hat, wird manchmal eine Herausforderung – als Bischof höre und spüre ich das zum Beispiel bei meinen Visitationen in den Einzelgesprächen und in den verschiedenen Berufsgruppen, die Pastoral in unserem Bistum gestalten.

Ich schreibe diese Zeilen in der Osterzeit. Für die Jüngerinnen und Jünger Jesu waren die Tage und Wochen nach dem Tod Jesu und den ersten Begegnungen mit dem Auferstandenen eine Zeit tiefster Verunsicherung. Was haben sie getan? Sie sind zusammengeblieben, haben sich von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählt, auch und vor allem von den Begegnungen mit Jesus Christus. Sie haben das Leben gefeiert in ihren Mahlgemeinschaften und Gottesdiensten und sie haben sich den Menschen zugewandt, die Hilfe brauchten. Sie sind dem treu geblieben, was sie aus den Begegnungen mit Jesus Christus gelernt haben und haben so auf die Veränderung geantwortet, die Ostern bedeutet. So sind sie Botschafterinnen und Botschafter geworden für ein Leben in Fülle

Eine solche österliche Erfahrung von Veränderung wünsche ich uns allen!

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Korinther 13,13
Kind mit Herz