Verändert bleiben: Wir fördern Dialog

bunte Sprechblasen
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„Dialog“ ist ein wichtiges Schlüsselwort in einer Zeit, die zunehmend von Spaltungen, Misstrauen und Egoismen geprägt ist. Hier schreibt Bischof Dominicus darüber, warum ein Zusammenwirken in verschiedenen Bereichen so wichtig für den gesellschaftlichen Frieden ist:

„Wir fördern Dialog“ lautet die Überschrift des siebten Orientierungspunktes, der den Blick auf die Ökumene, das interreligiöse Gespräch und auf das Zusammenwirken mit allen Menschen guten Willens richtet.

Wenn starke Fliehkräfte wirken, dann ist es unsere Aufgabe als Christinnen und Christen, das Verbindende zu suchen. „Dialog“ und „Zusammenwirken“ scheinen mir daher Schlüsselwörter zu sein in einer Zeit, die zunehmend von Spaltungen, Misstrauen und Egoismen geprägt ist.

Wir haben im Bistum Osnabrück eine sehr lebendige Ökumene mit den protestantischen Kirchen. Das ist eigentlich auch kein Wunder, wenn wir uns bewusst machen, dass das Bischofshaus in Osnabrück der Ort war, an dem der Handschlag zur Besiegelung des Westfälischen Friedens 1648 getauscht wurde. Denn hier wohnte der schwedische Gesandte während der Friedensverhandlungen.

Orientierungspunkt zukünftige Kirche im Bistum Osnabrück

Etwas weniger bewusst, jedoch genauso bedeutungsvoll, sind die Kontakte zu den Glaubensgeschwistern der katholischen Ostkirchen und der orthodoxen Kirchen. 

Weshalb ist das wichtig? Weil wir eine gemeinsame Hoffnung haben, die auf der frohen Botschaft des Evangeliums ruht. Im 1. Petrusbrief ist uns aufgetragen: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15). Uns darin gegenseitig zu stärken und in die Gesellschaft hinein Zeichen der Hoffnung zu senden ist unsere Aufgabe.

Der interreligiöse Dialog hat für mich eine weitere Bedeutung. Antisemitismus und Islamfeindlichkeit werden in Deutschland immer stärker. Das will ich als Bischof nicht hinnehmen; das dürfen wir als Christinnen und Christen nicht einfach zur Kenntnis nehmen. Den Hetzern setzen wir ein „So nicht!“ entgegen. Unseren jüdischen und muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern reichen wir die Hand, wie zum Beispiel die Drei-Religionen-Schule in Osnabrück oder die Solidaritätswachen vor der Osnabrücker Synagoge deutlich machen.

Weitere Infos

Mit unserem Wunsch, unser Miteinander menschlich zu gestalten und eine lebens- und liebenswerte Gesellschaft zu prägen, sind wir als Christinnen und Christen und als religiöse Menschen nicht allein: Wir wissen uns darin verbunden mit vielen anderen Menschen guten Willens. Mit ihnen suchen wir den Dialog. So können wir vielleicht auch mit denen ins Gespräch kommen, die misstrauisch sind oder die den Konflikt sehen (und suchen).

Der Dialog eröffnet das Miteinander.

Niemals, so lange die Erde besteht, werden Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht aufhören.

1.Mose 8,22