Wege des Friedens

Eine Taube aus Metall auf einem Tisch
Bild: unsplash.com, Tamara Menzi

Das nächste internationale Weltfriedenstreffen der Gemeinschaft Sant’Egidio findet 2017 in Münster und Osnabrück statt. Führende und hochrangige Vertreter der verschiedenen Weltreligionen und mehrerer Staaten sowie tausende Teilnehmer werden dazu vom 9. bis 12. September in den Domstädten erwartet. Unter anderem hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung in Münster zugesagt.

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Fabian Sandkühler

Fabian Sandkühler
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Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode äußerte seine Freude über die Entscheidung, das große Treffen der Religionen unter dem Motto „Wege des Friedens“ in Münster und Osnabrück stattfinden zu lassen: „Beide Städte stehen für das Ende des Dreißigjährigen Krieges. Hier wurde im gesamteuropäischen Friedenskongress in den Jahren 1641 bis 1648 der Westfälische Friede geschlossen“, betonte Bode. Die beiden Friedensstädte Münster und Osnabrück seien daher aufgrund ihrer Geschichte Orte des Dialogs und der Verständigung. Weiter sagte der Bischof: „Es ist deshalb ein gutes Zeichen, dass sich die Vertreter der Religionen hier treffen, um den Frieden in der Welt zu fördern. Selten war diese Friedensbotschaft, dieser gemeinsame Wille zum Frieden, dieses Licht in der Dunkelheit so notwendig wie in diesen Zeiten der Geschichte, wie wir sie zurzeit global und regional erleben.“

Cesare Zucconi, Generalsekretär der Gemeinschaft Sant’Egidio, unterstrich in seiner Einladung zum Weltfriedenstreffen die Bedeutung dieser gemeinsamen, dialogischen Veranstaltung für die gesamte Menschheitsfamilie:

 

Die Eröffnungsveranstaltung des Weltfriedenstreffens wird am 10. September ab 16.15 Uhr  in der Halle Münsterland statt finden. Ein Gottesdienst zur Eröffnung schon am Abend des 9. September, um 18.30 Uhr, im Münsteraner Dom. Am Montag und Dienstag gibt es an mehreren Standorten in Münster Podien zu verschiedensten Themen, beispielsweise zur Migration und Integration, zu Globalisierung, zur Zukunft Europas, zum Gebet und zum Zusammenleben verschiedener Religionen – hier finden Sie einen Programm-Überblick. Ausführliche Programmhefte auf Deutsch, Englisch und Italienisch können im Kasten rechts herunterladen. Auch ein eigenes Jugendprogramm wird es geben. Die Open-Air-Abschlusszeremonie findet dann ab 19 Uhr auf dem Marktplatz in Osnabrück statt. Nach einem gemeinsamen Gebet spielt hier das interkulturelle Musikprojekt „Revolutzajam“.

Laut Münsters Bischof Felix Genn sei es Ziel des Treffens, Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Ländern zusammen zu führen. „Es geht bei dem Treffen um alle Facetten des Friedens, den innerkirchlichen Frieden, aber auch den Frieden in der Welt“, erkläre Genn. Er hob hervor, dass die Sehnsucht nach Frieden alle Menschen umtreibe: „Es gibt wohl kein anderes Thema, das in seinen vielfältigen Facetten eine solche Bedeutung für unser Zusammenleben hat.“

Politische und religiöse Prominenz erwartet

Außer dem Präsidenten des Europaparlaments, Antonio Tajani, und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auch der Präsident von Niger, Mahamadou Issoufou, seine Teilnahme am Weltfriedenstreffen zugesagt. Erwartet wird der Groß-Imam von Al-Azhar, Tayyeb, einer der wichtigsten Oberhäupter der Sunniten weltweit, gemeinsam mit zahlreichen muslimischen Delegationen, die für die Vielfalt des Islams stehen. Außerdem der Oberrabbiner von Istanbul, Isak Haleve und zahlreiche deutsche Rabbiner. Viele Vertreter der asiatischen Religionen werden kommen, unter anderem der Mönch Tep Vong, Patriarch des kambodschanischen Buddhismus. Es werden viele katholische Vertreter anwesend sein, unter anderem auch mehrere Kardinäle, beispielsweise Kardinal Walter Kasper. Der Patriarch der Kirche von Antiochien und dem ganzen Osten, Johannes X., wird kommen, außerdem viele Vertreter des Protestantismus auf internationaler und deutscher Ebene.

Stichwort: Gemeinschaft Sant’Egidio

Der Dienst für die Armen und der Einsatz für den Frieden – darin sehen Mitglieder der katholischen Laiengemeinschaft Sant’Egidio einen Hauptpfeiler christlichen Handelns. Diese Überzeugung findet Ausdruck in politischem Engagement bei Friedensverhandlungen in akuten Konflikten oder im politischen Einsatz für humanitäre Korridore für Flüchtende. Ganz handfest arbeiten aber auch weltweit viele Mitglieder der Gemeinschaft an der Basis für bessere Bildung, gegen Krankheiten oder für die Bekämpfung von Armut.
Die im Mai 1968 in Rom entstandene katholische Bewegung Sant’Egidio ist nach ihrem Hauptsitz, dem ehemaligen Kloster Sant’Egidio im römischen Stadtteil Trastevere benannt. Sant’Egidio widmet sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten sowie dem Dialog der Religionen. Papst Johannes Paul II. hatte 1986 erstmals Religionsführer aus aller Welt zu einem Treffen in Assisi zusammengerufen. Seither veranstaltet die Gemeinschaft jährlich internationale Folgetreffen an wechselnden Orten. 1986 wurde die ökumenisch stark engagierte Gemeinschaft von der katholischen Kirche als „Öffentlicher Verein von Gläubigen“ anerkannt. Sie hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder in 70 Ländern, davon 5.000 in Deutschland.

Mehr über die Gemeinschaft Sant’Egidio können Sie hier lesen: www.santegidio.org