Weihnachten ist für mich …

Wenn andere in die Weihnachtsferien starten, haben Menschen, die im kirchlichen Dienst beschäftigt sind, meist noch alle Hände voll zu tun. Hier verraten pastorale Mitarbeiter*innen aus dem Bistum Osnabrück, warum sich die Arbeit an den Feiertagen lohnt, was manchmal schwierig ist und was ihnen Weihnachten ganz persönlich bedeutet.


Dorothee Michels-Uroic

Ich mag den 25. Dezember in meiner Kleinfamilie: nur wir, Gottesdienst, Spazieren gehen, spielen; keine Besuche, keine Autofahrten, keine Verpflichtungen. Ich denke dieses Jahr an alle, die zu Weihnachten eigentlich ein Baby im Arm halten sollten, es aber zu früh verabschieden mussten. Und an alle, die ihre Kinder unter ähnlichen Umständen zur Welt bringen müssen wie Maria im Stall – oder schlimmeren.

Dorothee Michels-Uroic, Pastorale Koordinatorin St. Franziskus Bremen

Dominik Blum

Eigentlich bin ich ein Weihnachtsmuffel. Zu viel Lametta. Aber in diesem Jahr brauche ich die Zusage ganz besonders: „Fürchtet euch nicht!“ Kein Krieg mehr, keine Angst. Endlich. Was können wir in diesem Jahr zu Weihnachten sagen? Das müsste die Menschen doch trösten: „Friede auf Erden!“ Wie schön das wär! Weihnachten richtet sich an „alle Menschen guten Willens“. Sagen zumindest die Engel. Dann müsste es doch endlich friedlicher werden.

Dominik Blum, Gemeindeleiter in der Pfarreiengemeinschaft Artland

Adam Chmielarz

Wenn bei der Krippenfeier am Ende „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklingt, dann kommt Weihnachten auch für mich an. Bei einer Krippenfeier ist kurz nach dem Einzug das Mädchen (damals vier Jahre alt), als Schäfchen verkleidet und mit Schafswolle bedeckt, einfach eingeschlafen und hat – ich sage mal – durchgeschlafen. Sie wurde genauso schlafend und verkleidet dann heimgenommen.  Weihnachten in der Pastoral bedeutet, Menschen wieder zu sehen, die man schon lange kennt. Die Familienzusammenkunft der anderen wird auch meine. Jährlich in derselben Kirche und zu selben Zeit. Christus führt uns zusammen.

Adam Chmielarz, Pastoralreferent Katholische Kirchengemeinden an der Küste und auf den Inseln Ostfrieslands

Marion Kellermann

Was ich an Weihnachten mag, sind die Tage nach den Feiertagen. Ich finde, an diesen Tagen sind bei uns immer die Gesetze der Zeit außer Kraft gesetzt und wir lassen die Tage einfach auf uns zukommen. Man hat als Familie Zeit füreinander und der Zauber der Weihnachtsfeiertage schwebt über allem.

Marion Kellermann, Pastorale Mitarbeiterin Pfarreiengemeinschaft a.T.W.

Lukas Mey

Ich mag Weihnachten. Seit meiner Kindheit hat sich daran nichts verändert. Seit einigen Tagen brennt das Friedenslicht in meiner Wohnung und bereitet mich mit darauf vor, dass Weihnachten werden kann. Aller Krise, aller Konflikte und Sorgen zum Trotz wird Weihnachten und brennt das Licht in einer in vielerlei Hinsicht dunklen Zeit. Gott kommt zu uns und wird Mensch. Kaum zu glauben. Und doch darf ich genau das glauben. Mehr Weihnachtsgeschenk geht nicht!

Lukas Mey, Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp

Heinz-Bernd_Wolters

Weihnachten ist für mich …
… wenn wir Gefängnisseelsorger über 500 Weihnachtstüten an bedürftige Gefangene verteilen und dabei immer wieder die pure Freude der Beschenkten erleben.
… wenn ich mit einem Auto voller selbstgebackener Kuchen, den Menschen aus meiner Heimatgemeinde Stavern für die Weihnachtsfeier in der JVA gebacken haben, losfahre.
… wenn wir Heiligabend in den JVAen „Festtagszigarren“ an die Gottesdienstbesucher verteilen.
… wenn ich nachmittags nach dem Heiligabend-Gottesdienst in der JVA nach Hause fahre und dabei „Driving home for Christmas“ höre.

Heinz-Bernd Wolters, Gefängnis-Seelsorger in der JVA Meppen

Kerstin Kerperin

Für mich ist die Weihnachtszeit eine sehr intensive Zeit, in der unterschiedliche Emotionen, Lebenssituationen und die Friedensbotschaft zusammenkommen. In der Aktion der Weihnachtsunterstützung begegnen mir Sorgen und Ängste der Menschen in kurzer Zeit: Unruhen, Kriege, finanzielle Unsicherheiten, Einsamkeit, Krankheit. Und dann gibt es die vielen Begegnungen durch diese Unterstützungen, sie führen Menschen zusammen. Sie hören einander aufmerksam und auf Augenhöhe zu, sorgen für Lichtblicke, schenken Kraft und Hoffnung. – Sie lassen die Botschaft von Weihnachten spürbar werden.

Kerstin Kerperin, Sozialpädagogin Christus König Osnabrück

Michael Schockmann

Ich mag an Weihnachten besonders, wenn ich in der Christmette in der von Kerzen erleuchteten Kirche einen kurzen Moment allein vor dem Kind in der Krippe stehen darf, dann erfasst mich immer eine tiefe Freude. Verzichten kann ich an Weihnachten auf eine vorgespielte weihnachtliche Harmonie, wenn Zwist in der Familie fortgelächelt wird. Dabei wird vergessen, dass das Kind in der Krippe inmitten der Nacht geboren wurde. Dass es die Nacht erhellen wird. Aber dazu muss ich Nacht zulassen, mich in die Nacht hineinbegeben, damit Weihnachten werden kann.“

Michael Schockmann, Pfarradministrator der Pfarreien Mariä Geburt Bad Laer und St. Antonius Remsede

Birgit Hosselmann

Nach beschwerlichen Reisebedingungen wird das Kind zwischen Ochs und Esel in einem Stall geboren. Kein heller, lichtdurchfluteter Raum, weder steril noch hygienisch rein. Aber es geht doch! Zwischen all den Problemen, all den Fragen – trotz all dem Mist, den es in jedem Stall gibt! Gott wird Mensch – mitten unter uns – mitten in allen Problemen, mitten in allen Fragen, mitten in all dem, was das Leben nicht leicht – nicht schön macht. Da ist er zu finden! Da spüre ich ihn an meiner Seite! ER ist da! Gott sei Dank! Uns ist der Retter geboren! Darum feiere ich gerne Weihnachten!

Birgit Hosselmann, Pastoralreferentin St. Anna Twistringen

Pater Jose

Ich finde gut, dass die ganze Welt und nicht „nur“ die Christen Weihnachten feiern.  Darüber hinaus liebe ich die Dekoration, die Weihnachtsmusik und Freunde und Familie zu treffen. Das absolute Highlight ist aber das Feiern der Weihnachtsgottesdienste. Ich mag es nicht, wenn das Weihnachtsfest Hektik, Druck und Unruhe auslöst. Geschenke sollte man nur machen, wenn es einem gefällt zu schenken.

Pater Jose Kuzhichalil CMI, Pfarradministrator in der Katholischen Kirche Nordhorn

Als Mutter von drei Kindern besorge ich immer einiges an Geschenken. Damit das nicht in Stress ausartet, fange ich damit schon im September an. Leider verstecke ich dabei immer mindestens ein Geschenk so gut, dass am Vorabend von Heiligabend das große Suchen losgeht … Ich liebe am Weihnachtsfest den Glanz der Augen meiner Kinder, klingt kitschig, ist aber so! Beim Feiern mit Oma, Opa, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen sitze ich oft einfach nur als stille Beobachterin dazwischen, schweige und genieße, dass dieser wilde Haufen Familie zu diesem, für mich als Christin so wichtigen Anlass, zusammen kommt, sich Freude bereitet, gemeinsam Zeit verbringt und Spaß hat. Das ist mein Genuss-Moment am Weihnachtsfest.

Kirsten Ludwig, Pastorale Koordinatorin Pfarreiengemeinschaft Ankum, Eggermühlen, Kettenkamp

Diakon Carsten Lehmann

Der größte Fail zu Weihnachten ist jedes Jahr der Gleiche: Ich nehme mir zu viel vor. Mit dem Advent und dem Vorbereiten auf Weihnachten, das gelingt mir einfach nicht so richtig. Da vermisse ich wirklich die Kinderzeit, wo die Vorfreude echt Tag für Tag größer wurde. Trotzdem mag ich Weihnachten auch heute noch. Und so richtig fällt mir das dann am 1. Weihnachtstag im Dom auf, wenn als letztes Lied „Nun freut euch, ihr Hirten“ gespielt und gesungen wird. Das ist für mich ein echtes Weihnachtsgefühl – stark!

Carsten Lehmann, Diakon in der Domgemeinde St. Petrus Osnabrück

Mika Springwald

Weihnachten das Fest des Friedens und wir bekommen es nicht hin, m kleinen nicht und dann im großen auch nicht. Ein Flop! Aber die weihnachtliche Hoffnung auf Frieden, Toleranz und Miteinander ist top.

Mika Springwald, Sozialarbeiter beim Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück