Advents-schwanger

Hände auf einem Babybauch

Immer wieder einmal gehen in diesen Tagen meine Gedanken zu einer Freundin, die ihr erstes  Kind erwartet und kurz vor der Geburt steht. Umso überraschter war ich heute Abend, von ihr eine Mail zu bekommen, die eigentlich eher „dienstlich“ war und in einem Nebensatz von „entspannten Tagen“ sprach.

Entspannte Tage? So kurz vor einer Geburt? Ich stelle mir das eher spannend, wenn nicht sogar anspannend vor … und irgend sowas schrieb ich auch zurück. Ihre Antwort hat mich dann aber „voll erwischt“:

Ja, natürlich ist es auch „spannend“, auf so eine Geburt zu warten. Es hat aber vor allem etwas sehr Adventliches: Man weiß nicht genau, wer da kommt und wann er kommt, und ist deswegen besonders wachsam.

Könnte es sein, dass wir genau das im Advent vergessen haben? Wir wissen ja angeblich, was kommt – und was man vorher noch alles erledigen muss. Und auch über das „wann“ brauchen wir eigentlich nicht mehr nachdenken. Und „wer kommt“, ist ja wohl auch klar – oder?

Wenn man aber meint, das alles zu wissen, dann ist man auch nicht mehr wachsam. Dann kommt man in Routinen hinein, macht alles so, wie es schon immer war, arbeitet sich durch seine „Weihnachts-Postlisten“ und die „zu erledigen-Zettel“ durch.

Das aber ist nicht Advent.

Advent – das ist warten auf etwas, von dem man nicht genau weiß, wann es kommt und wie es kommt und was genau kommt … aber da ist eine Sehnsucht …

Deshalb hinhören, lauschen, behutsam und wach sein …

Voller Gewissheit, es kommt. Warten, mit Hoffnung, Zuversicht, Vertrauen – und vielleicht doch ein wenig bang, wie es denn nun sein wird.

Über die Autorin

Andrea Schwarz ist Schriftstellerin und pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück. Sie ist eine genaue und sensible Beobachterin ihrer Umwelt und der Menschen, denen sie begegnet. In ihren Texten versucht sie, Gott mitten im Alltag zu entdecken und Lust aufs Leben zu machen – nun erstmals auch in Form von Blogbeiträgen!

Und es wird kommen. Ich kann es nicht aufhalten – und noch viel entscheidender: Ich muss nichts dafür tun. Weihnachten wird kommen. Kann sein, es kommt nicht am 24.12., sondern ein paar Tage früher oder später. Und kann gut sein, dass es anders kommt als letztes Jahr. Und ganz anders, als ich mir das so denke. Deshalb gilt es, wach zu sein. Sonst nichts.

Und dann hat mir diese Freundin noch einen adventlichen Rat mit auf den Weg gegeben: „Aber grundsätzlich genieße ich es, einfach in Ruhe warten zu können.“

Advent – einfach in Ruhe warten können.

Man könnte es ja einfach mal probieren …

 

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