Aufarbeitungskommission

Die Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück verbindet bis in das Jahr 1995 hinein eine gemeinsame Geschichte. Das Erzbistum Hamburg ist 1995 aus Gebieten der Bistümer Hildesheim und Osnabrück hervorgegangen. Deshalb wurde die Bildung einer gemeinsamen Kommission zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt auf Ebene der norddeutschen Metropolie und die Berufung eines gemeinsamen Betroffenenrates vereinbart.

Die Unabhängige Aufarbeitungskommission hat nach ihrer konstituierenden Sitzung am 25. Oktober 2022 in Hamburg ihre Tätigkeit aufgenommen. Ihr Aufgaben sind die quantitative Erhebung von Fällen sexualisierter Gewalt in den drei beteiligten Diözesen, die Untersuchung des administrativen Umgangs mit Tätern und Betroffenen sowie die Identifikation von Strukturen, die sexualisierte Gewalt ermöglicht, erleichtert oder dessen Aufdeckung erschwert haben.

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Darüber hinaus sollen die Erkenntnisse und Ergebnisse von Aufarbeitungsprozessen in den einzelnen Diözesen mit den bereits bekannten überdiözesanen Studien und der neueren Forschung durch die Unabhängige Aufarbeitungskommission in der Metropolie qualitativ verglichen und bewertet werden. Neu aufgenommene Aufarbeitungsprojekte in den Diözesen sollen dadurch intensiviert und strategisch an den Zielen der Unabhängigen Aufarbeitungskommission ausgerichtet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen für die Aufgaben der Prävention und Intervention in den einzelnen Diözesen nutzbar gemacht werden.

Mitglieder der Kommission sind Fachleute aus Wissenschaft, Fachpraxis, Justiz und öffentlicher Verwaltung sowie Mitarbeitende aus den Diözesen, die in der Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in Institutionen erfahren sind. Insgesamt hat die Kommission zehn Mitglieder; drei von ihnen werden aus dem gemeinsamen Betroffenenrat der Bistümer entsandt und in der Kommission als Expertinnen oder Experten mitwirken.