Gottes Melodie

Kinderchortag Osnabrück im Dom
Bild: Lisa Schmitz

Vergangenen Samstag fand nach einer solchen Veranstaltung 2012 der 2. Diözesane Kinderchortag in Osnabrück statt. Es war großartig, dass 33 Gruppen aus dem gesamten Bistumsgebiet von Bremen bis Salzbergen, von Melle bis Norden vertreten waren – und damit wohl ungefähr die Hälfte aller entsprechenden Gruppen überhaupt! Darunter waren kleine Gruppen mit einer Hand voll Teilnehmenden, aber auch richtig große von etwa 30 Kindern sowie etwa 80 Kinder aus dem Bereich des Domchores. So waren wir eine beeindruckende Gemeinschaft von knapp 750 Kindern und begleitenden Erwachsenen.

Über den Autor

Johannes Wübbe ist Weihbischof in unserem Bistum. Auf wen er in seinem Alltag trifft und was ihn bewegt – wir werden das in seinen Blogbeiträgen verfolgen.

Für mich ist dabei besonders gut zum Ausdruck gekommen, dass Singen eine Gabe ist, die uns allen in die Wiege gelegt wird. Umso wichtiger ist es, Kinder zum Singen zu ermutigen, selbst dann, wenn es in unseren schon etwas älteren Ohren anders klingen mag, als wir das erwarten. Und ein zweites ist mir durch die vielfältigen Begegnungen an diesem Tag deutlich geworden: Solche Ermutigung zum Singen und Musizieren braucht Menschen, die das wirklich kompetent und motivierend können. Die Stimme ist das Instrument, das Kinder zur Verfügung haben, und dieses Instrument will sehr sensibel und in guter Einschätzung der Möglichkeiten, die dafür in den unterschiedlichen Lebensaltern und ganz individuell vorhanden sind, zum Klingen gebracht werden.

Mir ist dazu wieder einmal ein Bild eingefallen, dass Ignatius von Antiochien schon vor fast zweitausend Jahren verwendet hat. Er hat über uns Christen gesagt: „Nehmt Gottes Melodie in euch auf!“, und daraus ist auch das Motto des Kinderchortages geworden. Gott hat eine Melodie für mich? Ist der denn so etwas wie ein Komponist? Ein überraschendes Bild! Aber es passt zur Vorstellung, dass wir wie Instrumente sind. Wo wir einander helfen, möglichst gut ins Klingen zu kommen, wird also letztlich Gott selbst in der Welt „hörbar“ – mal als frohes, sogar lustiges Stück, mal als tröstendes, aufrichtendes Stück, manchmal auch traurig und klagend: so vielfältig, wie unser Leben eben ist und so unterschiedlich, wie Menschen das gerade brauchen.

Ich bin von Herzen dankbar, dass so viele Kinder wie Erwachsene sich in unseren Gemeinden durch ihr Singen und Musizieren – in Gottesdiensten und weit darüber hinaus – mit verschiedenen Rollen und Aufgaben und im Zusammenspiel von musikalisch-künstlerischer und pastoraler Arbeit in Dienst nehmen lassen: damit Gottes Melodie die Menschen erreicht, Lust macht an Gott und Leben und der Hoffnung Raum schafft!

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