Eine Sommerschule der Liebe

Kreuzgang eines Klosters im Sonnenschein
Bild: pixabay.com, SofiLayla

Früher hatten die Sommerferien für mich immer ein festes Programm: Ich war mit verschiedenen Zeltlagern unterwegs. Eine Ferienfreizeit hat mich und die Jugendlichen – mittlerweile sind sie längst berufstätig und alle Mütter und Väter – besonders geprägt. Die Tage in der karmelitischen Schwesterngemeinschaft des Carmel de la Paix in Mazille haben nachhaltige Spuren hinterlassen.

Etwa 40 Kilometer von Taizé und 15 Kilometer von Cluny entfernt liegt das Kloster in der Hügellandschaft von Burgund. Auf einer Schafwiese hatten wir unsere Zelte aufgeschlagen. Unser Programm war sehr stark an den Tagesrhythmus der Karmeliterinnen angelehnt: 7 Uhr Morgengebet und gemeinsames Schweigen, 11 Uhr Eucharistiefeier, 17 Uhr Vesper und gemeinsames Schweigen. Zwischendurch halfen wir in der Landwirtschaft und den Handwerksbetrieben des Klosters. Am Nachmittag oder Abend war Zeit für Gesprächsgruppen oder kreative Projekte. Auch heute, 30 Jahren später, fahren Familien in den Carmel de la Paix. Die Eltern möchten ihren Kindern vermitteln, was dort für ihr Glaubensleben wichtig geworden ist.

Über den Autor

Theo Paul ist Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Verwaltung des Bistums. In seinen Blogbeiträgen greift er gerne aktuelle Themen auf.

An der Pforte des Klosters steht ein Satz aus dem 1. Johannesbrief „Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen“ (1 Joh 4,16). An diesem Ort wird dieses Wort konkret erfahrbar. In der Gastfreundschaft der Schwestern, im Umgang mit der Schöpfung, in der schlichten und beeindruckenden Liturgie, in den richtigen Taten und Handgriffen, den Blicken und Gesten können wir erkennen, was die Liebe Gottes in unserem Leben sein kann. Für uns waren die Tage eine Schule der Liebe in Wort und Tat.

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