Farbenfrohe Zukunft

Marmeladenbrote
Bild: unsplash.com, Jonathan Pielmayer

In einer Schweizer Kneipe liegt unter meinem Glas kein gewöhnlicher Deckel, sondern ein flotter Spruch: „Aus den Träumen des Sommers wird im Herbst Konfitüre gemacht.“ Ich schmunzle und fische ihn raus, bevor er nass wird, weil ich ihn als Lesezeichen behalten will. Fleißig, wie ich bin, habe ich nur Fachliteratur zur Hand, schließlich bin ich auf Dienstreise. Deshalb kommt er in ein Buch, das über Reformen der Kirche nachdenkt.

Auf der Heimfahrt will ich damit arbeiten, da fällt der Bierdeckel raus. Zugegeben etwas salopp schießt es mir durch den Kopf: so ist es mit dem geplanten Synodalen Weg der Deutschen Kirche – den Sommer über von Veränderungen träumen und dann etwas daraus machen, das lange hält und vielen schmeckt. Dieser Reformweg soll bald beginnen, im Netz findet man bereits ein wunderbares Logo, das in eine farbenfrohe Zukunft weist. Wir vergessen nicht, dass dabei in aller Ernsthaftigkeit dem Missbrauchsskandal Rechnung getragen werden muss.

Das Logo ist ein Kreuz als Wegweiser
Das Logo des Synodalen Wegs Bild: Der Synodale Weg

Bei aller Erschütterung geht es neben der Anerkennung von Leid aber vor allem um Visionen. Die brauchen wir dringend: Visionen und Träume von einer Kirche, in der nicht nur alle leben können, sondern die zu gelingendem Leben verhilft. Papst Franziskus hat in seinem Brief an uns alle vom Juni 2019 geschrieben: „Eure Alten werden Visionen haben und eure Jungen prophetische Träume“.

Über die Autorin

Martina Kreidler-Kos ist zuständig für die Ehe- und Familienseelsorge. Natürlich liegen ihr diese Themen besonders am Herzen – aber nicht nur. Sie hat im Alltag ein wachsames Auge. Denn dort trifft sie auf große Dinge oder nur scheinbar kleine Nebensächlichkeiten.

Jetzt ist es später Herbst und es geht ans Einkochen. Die Zutaten sind da. Am ersten Advent soll der Synodale Weg starten. Wir brauchen viele Erntehelfer*innen und ebenso viele erfahrene Köch*innen. Aber – um das Bild nicht zu sehr zu strapazieren – wir brauchen vor allem ein waches Gottesvolk, das diesen Prozess begleitet. Deshalb: Fragen Sie nach in Ihren Gemeinden, bei uns im Bistum oder auf den Homepages der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der Deutschen Katholik*innen. Dieser Weg geht nicht nur uns alle an, diesen Weg müssen wir alle miteinander gehen!

 

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