Mut-Mach-Frauen

starke Frau
Bild: AbobeStock.com, Coloures-Pic

Frauen stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen in Partnerschaft, Familie, Beruf und Kirche. So unterschiedlich ihre Lebenssituationen auch sind, alle eint die Suche nach ihrer Rolle – im Privatleben und in der Gesellschaft. Die Frauenseelsorge im Bistum Osnabrück will allen Frauen Mut machen, ihren Weg zu gehen.

Was Frauen in Kirche bewirken können, im Haupt- und Ehrenamt, im Gottesdienst und im Gemeindeleben, darüber wird derzeit viel diskutiert. Die Frauenseelsorge im Bistum Osnabrück beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema – aber auch mit vielen weiteren, die Frauen in ihrem Leben beschäftigen. Mehr dazu verrät Lydia Egelkamp im Interview. Sie ist als Diözesanreferentin für Frauenseelsorge Teil eines Teams von Frauen und Männern, die sich für die Belange von Frauen im Bistum Osnabrück stark machen.

Bischof Franz-Josef Bode hat schon oft gesagt: „Eine Kirche ohne Frauen ist gar nicht vorstellbar.“ Was sagen Sie dazu?

Kontakt

Lydia Egelkamp

Lydia Egelkamp
Diözesanreferentin Frauenseelsorge
Domhof 12
49074 Osnabrück
0541 318-251
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Alle Mitarbeiter*innen der Frauenseelsorge finden Sie hier!

Er hat natürlich Recht! Zunächst einmal deswegen, weil eine Kirche, die sich in die Nachfolge Jesu stellt, nicht mindestens die Hälfte der Menschheit wegen ihres Geschlechts ausschließen kann. In der biblischen Tradition gab es zudem wichtige Frauen, die dafür sprechen, dass Frauen nicht nur eine Randerscheinung in der Kirche sein dürfen. Deswegen müssen wir ihre Sichtbarkeit und Entscheidungsmacht stärken.

Im Bistum Osnabrück sind Frauen traditionell sehr aktiv und gut vernetzt – wozu braucht es da noch eine spezielle Frauenseelsorge?

Frauenseelsorge widmet sich den Fragen, Lebenssituationen und Herausforderungen, vor die sich Frauen heute gestellt sehen. Sie nimmt die spirituellen und die lebenspraktischen Bedürfnisse von Frauen wahr und entwickelt entsprechende Angebote und Möglichkeiten zur Auseinandersetzung. Frauenseelsorge versteht sich als Hilfestellung, mit der Frauen ihr Leben im Licht des Glaubens reflektieren können. Sie ist darüber hinaus eine Unterstützung für Frauen, um sich den Herausforderungen in Ehe, Familie, Beruf, Kirche und Gesellschaft zu stellen. Außerdem begleitet sie Frauen darin, in den Unterschiedlichkeiten, die in der Geschlechterwahrnehmung und im Rollenverständnis herrschen, ihre eigene Rolle zu finden.

Termine

Die Frauenfrage ist – als eine gesellschaftliche und kirchliche Grundfrage – ein wichtiges Zeichen der Zeit, zumal sich die gesellschaftliche und kirchliche Rolle der Frau ständig im Umbruch befindet. Die Entwicklungen in der Vergangenheit zeigen, dass wir nicht unbedingt vor Rückschritten gefeit sind. So wurde bereits vor Jahrzehnten die Forderung nach Weiheämtern für Frauen laut, die in den vergangenen Jahren wieder aufbricht. Viele Frauen, die bereits seit langer Zeit kämpfen, sind müde geworden. Daher ist es unsere wichtigste Aufgabe, Frauen zu stärken und zu unterstützen. Das hat auch etwas damit zu tun, sie von hauptamtlicher Seite sichtbar werden zu lassen und ernst zu nehmen.

Sie haben mit Kolleg*innen die Veranstaltungsreihe „Mut-Mach-Frauen“ initiiert, um Frauengeschichten und -themen im Bistum Osnabrück in den Mittelpunkt zu rücken und zu „Mut-Aufbrüchen“ zu inspirieren. Was bedeutet das konkret?

Logo Mut Mach FrauenWir brauchen Beispiele, die uns Mut machen und uns zeigen, dass es vor uns Frauen gab und zwischen uns Frauen gibt, die in teilweise schwierigen Situationen und unter problematischen Bedingungen für die Sache von Frauen kämpfen – Margot Käßmann, Madeleine Delbrel, Hedwig Dohm oder Hanna Buiting sind nur einige von ihnen. Diesen Frauen wollen wir mit einer Veranstaltungsreihe ab Frühjahr 2020 ein Forum bieten. Es geht uns auch darum, bewusst zu machen, dass wir uns heute als Frauen in die Tradition dieser Mut machenden Frauen stellen können und müssen, denn ohne sie wären wir vielleicht nicht da, wo wir heute sind.

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Welche Angebote für Frauen gibt es über diese Reihe hinaus?

In diesem Jahr gibt es im Bistum noch viele Veranstaltungen, zum Beispiel zum ökumenischen Weltgebetstag der Frauen im März oder rund um den 17. September unter dem Titel „Frauen verkünden das Wort“. In Zusammenarbeit mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands kfd und anderen Partnern machen wir Angebote auf ganz unterschiedlichen Ebenen: Gottesdienste, politisches und soziales Engagement, Bildungs- und Freizeitangebote, die sich an Frauen in allen möglichen Lebenssituationen richten. Auch für Singles und Alleinerziehende und für Frauen mit Migrationshintergrund gibt es spezielle Angebote.

Weitere Infos dazu gibt es im Kalender und bei den Verantwortlichen für die Frauenseelsorge!