Friedensarbeit im Bistum Osnabrück

Eine weiße Taube fliegt auf einen Strauch zu.
Bild: pixabay.com, cocoparisienne

Im Jahr des Weltfriedenstreffens in Osnabrück und Münster rückt das Thema Frieden in den Vordergrund. Grund genug, sich die Friedensarbeit in unserem Bistum näher anzuschauen. Mit Pax Christi befindet sich eine katholische Friedensbewegung direkt im Herzen von Osnabrück.

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Der Pax Christi-Regionalverband Osnabrück/Hamburg bietet rund um das Weltfriedenstreffen zahlreiche Veranstaltungen im Vorfeld an. Friedensgebete und Podiumsgespräche sollen zur Reflektion über den Frieden einladen. Franz-Josef Lotte sieht eine große Wichtigkeit im Weltfriedenstreffen 2017. Er leitet das Regionalbüro Osnabrück/Hamburg und ist sich sicher: „Gesellschaftliche Veränderungen wie die ‚Neuen Rechten‘, gewaltsame Konflikte in der Türkei oder das Wettrüsten zwischen den USA und Nordkorea lassen die Friedensarbeit so aktuell wie nie erscheinen.“

Ihren UrsprungLogo der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi hat die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi in der Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges. Bischof Pierre-Marie Théas von Montauban setzte sich noch während des Krieges zusammen mit engagierten, französischen Katholiken für eine Aussöhnung der Deutschen und Franzosen ein. Viele Kriege in der Vergangenheit machten die beiden Nachbarnationen zu Erbfeinden. Viele deutsche Soldaten saßen insbesondere gegen Ende des Krieges in französischer Kriegsgefangenschaft. Bischof Théas und mehrere französische Geistliche nahmen sich der deutschen Soldaten an und kämpften für ihre Freilassung aus der Gefangenschaft.

Nach Kriegsende bildeten sich auch in Deutschland an der Grenze zu Frankreich – in Aachen, Trier und Freiburg – erste Gruppen, die dieses Interesse ebenfalls verfolgten. Die Arbeit dieser Pax Christi-Gruppen sollte dazu beitragen, dass die Machenschaften der Nationalsozialisten aufgearbeitet werden. Der immer größer werdenden Anhängerschaft war es weiterhin ein Anliegen, sich mit Polen und dem jüdischen Volk auszusöhnen. Für sie war es wichtig, nicht nur in die Vergangenheit zurückzuschauen, sondern mit dem Wissen der Vergangenheit die Gesellschaft zu prägen und zu sensibilisieren für Gefahr, damit sich die Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht wiederholen.

Die Erinnerungsarbeit stellte über viele Jahrzehnte hinweg die Hauptarbeit der Friedensbewegung dar. Im Bistum Osnabrück half sie beispielsweise bei dem Aufbau der Gedenkstätte Esterwegen. Besonders großen Zuspruch fand die Bewegung in der Zeit des NATO-Doppelbeschlusses. Aktionen gegEine Gruppe von Demonstranten hält eine Fahne mit der Aufschrift "Pax Christi" und einem Regenbogen in die Luft.en Rüstungsexporte und Waffenproduktionen stehen seitdem immer wieder auf der Agenda der Bewegung. Weltweit blickt Pax Christi auf über 50 Länder, in denen sich Anhänger der Bewegung angeschlossen haben. Die mittlerweile mehr als 5000 Mitglieder in Deutschland leisten aktive Friedensarbeit in Form von Veranstaltungen oder Beratungen. Dem Pax Christi-Regionalverband der (Erz-)Diözesen Osnabrück/Hamburg gehören 220 Mitglieder an.

„Eine katholische Friedensbewegung muss sich die Frage stellen, wie Kirche aufgestellt sein sollte, um in Konflikten gewaltmindernd aufzutreten. Die Friedensfähigkeit der Kirche muss gefordert und gefördert werden“, sagt Lotte. Wie Bischof Théas und die Geistlichen, die sich Ende des Zweiten Weltkrieges für die deutsch-französischen Beziehungen einsetzten, solle man sich seiner Meinung nach bei der Friedensarbeit an Jesus und seiner Bergpredigt orientieren. Dort heißt es:

„Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. […] Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“ (Mt 5,5-9).