Inspiration durch Charles de Foucauld

Inspiration durch Charles de Foucauld
Das Denkmal von Charles de Foucauld in Straßburg Bild: Wikimedia Commons, Rabanus Flavus

Am 1. Dezember 2016 vor 100 Jahren ist Charles de Foucauld gestorben. Er kann auch uns heute Orientierung geben für unseren Weg als Menschen und Christen in unserer pluralen Gesellschaft.

In seiner Jugend wird dem Sohn einer reichen französischen Grafenfamilie sein Traditionskatholizismus fremd. Charles ist ein Lebe- und Genussmensch. Er wird „unehrenhaft“ aus dem Militärdienst entlassen, startet eine Forschungsreise nach Marokko (1883 bis 1884). Ohne Berührungsängste sucht er den Dialog mit den Menschen, mit den Muslimen. Seine Cousine Marie de Bondy konfrontiert ihn wieder mit dem christlichen Glauben. Im Beichtstuhl erfährt er den Wendepunkt. Er will ein ganz anderes, neues Leben führen. Er entschließt sich, in den Mönchsorden der Trappisten einzutreten, und lebt fortan in der Niederlassung Akbès in Syrien.

Das an sich schon strenge Ordensleben ist ihm noch nicht radikal genug. Er wechselt nach Nazareth, um dort dem verborgenen Leben Jesu als Hausdiener bei den Klarissen zu folgen. Nach drei Jahren geht er in die Wüste von Algerien, um dort unter den Ärmsten der Armen als „kleiner Bruder“ auf dem letzten Platz zu leben, als Einsiedler, als Freund der Tuareg. Er lässt sich zum Priester weihen. Am 1. Dezember 1916 wird er von Plünderern umgebracht.

Über den Autor

Theo Paul ist Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Verwaltung des Bistums. In seinen Blogbeiträgen greift er gerne aktuelle Themen auf.

Charles de Foucauld kannte in seinem Leben die Dunkelheit im Glauben. „Zwölf Jahre habe ich ohne Glauben gelebt“, schreibt er im Rückblick. Ein Gebet drückt die Kehrtwende aus: „Mein Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erkennen.“ Er entdeckt die Würde des verborgenen und absichtslosen Lebens in Nazareth. Diese Lebensweise ist für ihn dieevangelisierende und missionarische Haltung für unsere Zeit. Im letzten Platz sieht er den privilegierten Ort für die Nachfolge Jesu. Nicht der schnelle Erfolg, sondern Gelassenheit und Geduld zeichnen das apostolische Wirken aus. „Mein Apostolat soll ein Apostolat der Güte sein. Wenn die Leute mich sehen, sollen sie sagen können: Wenn dieser Mensch gut ist, muss seine Religion auch gut sein.“

Am 13. November 2005 ist Charles de Foucauld von Papst Johannes II. seliggesprochen worden. In seinem Leben finden wir Inspirationen und Orientierung für ein dialogisch glaubwürdiges Christsein in unserer Zeit. Er hat eine große Aktualität in unserer gesellschaftlichen Situation.

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