Dialog der Religionen

zwei Frauen sitzen auf einer Brücke
Bild: photocase.de, Timmzie

Der interreligiöse Dialog ist im Bistum Osnabrück ein Thema für alle Generationen! Die verschiedenen Religionsgemeinschaften sind auf vielen Ebenen vernetzt und gestalten zahlreiche Projekte und Initiativen gemeinsam. Es gibt eine lange Tradition des Miteinanders in Osnabrück, die sich in verschiedenen Kontexten etabliert hat, zum Beispiel in der Stadt Osnabrück im Arbeitskreis der Religionen oder beim Runden Tisch der Religionen.

Sabbatfeier in der Kita König David, Bild: kirchenbote.de
Sabbat feiern wie die Großen: In der jüdisch-christlichen Kita König David gibt es Brot und Kerzen zum Üben und Spielen in der Plüschvariante (Bild: kirchenbote.de)

Dabei ist der Austausch getragen von dem Bewusstsein, in der Stadt des Westfälischen Friedens zu leben. Das zeigt sich besonders in dem hohen Maß an Respekt, mit dem sich alle Engagierten begegnen. Dieses Miteinander hat in den vergangenen Jahren einige ganz besondere Projekte ermöglicht:

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

In der Kindertagestätte „König David“ beispielsweise spielen und lernen jüdische und christliche Kleinkinder zusammen. Mit den Perlen für Gott hat die Kindertagesstätte „Heilig Kreuz“ einen Gebetsweg für Kinder und Familien unterschiedlicher weltanschaulicher Hintergründe entwickelt. Die deutschlandweit einzigartige Drei-Religionen-Grundschule in Trägerschaft der Schulstiftung des Bistums Osnabrück ist ein Gemeinschaftsprojekt von Juden, Christen und Muslimen.

Christlich-muslimische Dom- und Moscheeführungen ermöglichen Schülern und Schülerinnen Eindrücke vom Glaubensleben der anderen. Außerdem gehören interreligiöse Gesprächskreise, Begegnungs- und Bildungsinitiativen in vielen Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen zur Tradition im Bistum. So findet beispielsweise in Haus Ohrbeck die seit über 40 Jahren bestehende Jüdisch-Christliche Bibelwoche statt, bei der Juden und Christen sich treffen um sich eine Woche lang gemeinsam und intensiv mit Schrifttexten auseinanderzusetzen.

Kontakt

Dialog der Religionen

Katrin Großmann
Domhof 12
49074 Osnabrück
0541/318-246
E-Mail-Kontakt

In Bremen veranstalten Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Religionsgemeinschaften seit etlichen Jahren den Gröpelinger Friedensgang, ein interreligiöses Stationengebet, das immer zu Beginn des Monats September stattfindet und Ausdruck der guten interreligiösen Zusammenarbeit im Stadtstaat ist.

Mit einer Stimme sprechen

Hände waschen in der Synagogen (Bild: Thomas Osterfeld)
In einer Projektwoche lernen die Kinder der Drei-Religionen-Grundschule: Hände waschen gehört zum Synagogenbesuch dazu (Bild: Thomas Osterfeld)

Katrin Großmann ist im Bistum Osnabrück Beauftragte für den interreligiösen Dialog. Grundlage ihrer Arbeit sind die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Haltung der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen vor allem in der Erklärung Nostra Aetate neu definiert hat. Die Dialogbeauftragte pflegt Kontakte zu Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Weltreligionen im Bistum und beteiligt sich aktiv an der interreligiösen Zusammenarbeit in den verschiedenen Kontexten. Sie berät und unterstützt Haupt- und Ehrenamtliche, aber auch Einrichtungen, Gremien und Verbände in interreligiösen Fragen und begleitet interreligiöse Projekte. Im Rahmen der Erwachsenenbildung informiert sie in verschiedenen Veranstaltungsformen und Fortbildungen über andere Religionen aus katholischer Sicht, sowie über Grenzen und Möglichkeiten der interreligiösen Zusammenarbeit. Sie steht für Fragen des Zusammenlebens mit Angehörigen anderer Religionen zur Verfügung.

Weitere Infos

  • Das Bistum Osnabrück hat in Kooperation mit dem Bistum Hildesheim Handreichungen für das Gespräch zwischen Christen und Muslimen herausgegeben – hier finden Sie die Broschüre „Anstoß zum Dialog“.
  • Und hier finden Sie eine zweite Broschüre zum Thema: „Bausteine zum Dialog“.
  • Auch zum Thema „Gemeinsame religiöse Feiern mit Menschen verschiedener Religionen“ gibt es eine Broschüre der beiden Bistümer.

Wie auch Papst Franziskus ist Katrin Großmann davon überzeugt: Die Zukunft liegt in einem respektvollen Zusammenleben der Verschiedenheiten: „Wir alle merken, dass in unserer mehr und mehr säkular geprägten Gesellschaft der Platz der Religionen im öffentlichen Leben immer häufiger in Frage gestellt wird. Hier scheint es mir wichtig, gemeinsam mit einer Stimme zu sprechen und den Wert der Religion für eine Gesellschaft zu betonen“, sagt Großmann. Christen seien gefragt, Zeugnis abzulegen für eine Kultur des Zusammenlebens und des Dialogs und einzustehen für den Frieden unter den Kulturen und Völkern. So könnten sie sich einsetzen gegen die Angst, die Quelle der Fundamentalismen in allen Religionen und Quelle von Krieg, Gewalt und Terror an so vielen Orten sei. „Papst Franziskus macht deutlich, dass es nur auf dem Weg des Dialogs gelingen kann, diese Angst zu besiegen. Meine Aufgabe ist es, Menschen im Bistum Osnabrück zu diesem Dialog zu befähigen. Oft wissen wir ja so wenig über den Anderen! Dabei geht es darum, Kontakte zu vermitteln, konkrete Projekte zu unterstützen und zu begleiten, vor allem aber auch darum, Angst zu nehmen und zur Begegnung mit dem Fremden zu ermutigen.“