Klimaschutz ist Nächstenliebe

Fridays for future in Osnabrück
Bild: unsplash.com, Esther Driehaus

Die Erderwärmung, der Klimawandel und seine Folgen, Earth Overshoot Day, Fridays for Future … Wer in den vergangenen Wochen in die Medien schaute, kam am Thema Klima(schutz) nicht vorbei – und das ist auch gut so!

Endlich wird das Thema Umweltschutz aus der alternativen, grünen Hippie-Nische in die Mitte der Gesellschaft katapultiert. Meiner Meinung nach dringend notwendig und im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtig! Denn uns läuft die Zeit davon. Die Uhr tickt sehr laut, es ist Zeit zu handeln. Ein „Weiter wie bisher“ können wir uns nicht mehr erlauben.

Uns Christen wurde die Verantwortung für die Schöpfung von Gott übergeben. Es ist an der Zeit, sich dieser Verantwortung zu stellen. Viele Inseln und Küstenbereiche werden überschwemmt, wenn der Meeresspiegel steigt. Naturkatastrophen mehren sich. Tausende Menschen müssen dann flüchten, weil ihr Lebensraum zerstört wurde. Ist es nicht ein Akt der Nächstenliebe, wenn man versucht, es gar nicht erst so weit kommen zulassen? Brauchen wir erst die großen Katastrophen vor der eigenen Haustür, um wach zu werden? Sind uns diese Menschen wirklich so unwichtig, dass wir nicht bereit sind, uns zu verändern, damit alle leben können?

Über die Autorin

Sr. Josefine Schwitalla OSB ist Novizin bei den Benediktinerinnen vom heiligsten Sakrament in Osnabrück. Sie liebt die Natur, arbeitet in ihrer Freizeit gern im Klostergarten und hegt und pflegt (nicht nur dort) ihre intensive Beziehung zu Gottes Schöpfung.

Papst Franziskus findet in seiner Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung deutliche Worte: „Dies ist die Zeit, um über unsere Lebensstile nachzudenken und darüber, wie unsere täglichen Entscheidungen, was Speisen, Konsum, Fahrten, Wasser- und Energieverbrauch sowie die Nutzung von vielen materiellen Gütern betrifft, oft unbesonnen und schädlich sind.“

Klimaschutz ist für mich auch ein Akt der Nächstenliebe! Der Heilige Benedikt schreibt am Anfang seiner Regel: „Stehen wir also endlich einmal auf! Die Schrift rüttelt uns wach und ruft: Die Stunde ist da, vom Schlaf aufzustehen.“ (Regel des Heiligen Benedikt, Prolog 8). Unsere Gemeinschaft nimmt diese Herausforderung an. Wenn wir beispielsweise verreisen, fahren wir fast immer mit dem Zug, so dass unser Auto in den vergangenen 20 Jahren (!) weniger als 75.000 Kilometer gefahren ist.

Das Thema Lebensmittelverschwendung liegt uns besonders am Herzen. Mehrmals wöchentlich bringen uns ehrenamtliche Helfer aussortierte Ware aus verschiedenen Supermärkten. Wir essen zu etwa 95 Prozent Lebensmittel, die abgelaufen, beschädigt oder aus anderen Gründen nicht mehr verkaufsfähig sind und eigentlich weggeworfen werden sollten. Dabei schauen wir eigentlich nie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum sondern verlassen uns bei der Frage, was noch gegessen werden kann, auf unsere Sinne.

Gestern Mittag gab es als Nachtisch Joghurt – meiner war drei Wochen über dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Er hat gut geschmeckt und ich bin nicht krank geworden. Es heißt schließlich „MINDESTENS haltbar bis“ und nicht „tödlich ab“ … 😉 Lebensmittel, die wir selbst nicht benötigen, verteilen wir an Bedürftige in der wöchentlichen Lebensmittelausgabe am Kloster, zu der etwa 100 Leute kommen.

Den Klimawandel zu verlangsamen ist eine schwierige Aufgabe, das kann von niemandem allein bewältigt werden. Aber ich bin davon überzeugt, dass JEDER Schritt in die richtige Richtung ein wichtiger Schritt ist.

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