Proben nach der Papageienmethode

Kinder singen
Bild: Bistum Osnabrück

Neue Chormusik Dom Osnabrück

Ein Gute-Nacht-Lied zum Einschlafen? Oder mit einem Volkslied auf den Lippen durch die Natur radeln? Das ist selten geworden. In den Familien wird immer weniger gesungen. Das fällt auch Julia Arling auf, wenn sie Erst- und Zweitklässler an den Kinderchor des Osnabrücker Doms heranführt. Es sei schwieriger geworden, Kinder zum Singen zu motivieren, sagt die 26-Jährige: „Viele müssen ihre Stimme erst entdecken.“ Ihr Part sei es dann, spielerisch herauszufinden, was mit der Stimme so alles möglich ist. Bewährt hat sich die „Papageienmethode“: Julia Arling singt viel vor und lässt die Kinder nachsingen.

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Weiterführende Informationen

 

Probezeiten

  • Seit September 2013 gibt es einen neuen Erwachsenenchor am Osnabrücker Dom. Der Chor freut sich über neue Mitglieder. Proben: donnerstags von 19.30 bis 21.30 Uhr
  • Kinder der Klassen 1 und 2 im Nachwuchschor. Proben: entweder dienstags oder donnerstags von 15 bis 15.45 Uhr im Chorsaal am Dom, Probenbeginn ist der 3. September. Darüber hinaus gibt es eine Kooperation mit der Heilig-Geist-Schule in der Dodesheide und mit der Hüggelschule in Hasbergen – dort werden ebenfalls Proben für Kinder der Klassen 1 und 2 angeboten.
  • Ab der 3. Klasse proben Mädchen und Jungen zwei Mal in der Woche in den Gruppen des Knaben- und des Mädchenchores. Die Jungen proben im Aufbauchor (Klassen 3 und 4), montags und freitags von 15 bis 16 Uhr und im im Hauptchor (Klassen 5 bis 7), montags von 17 bis 18.30 Uhr und freitags von 16 bis 18 Uhr. Die Mädchen proben im Aufbauchor (Klassen 3 und 4), mittwochs und freitags von 15 bis 16 Uhr und im Hauptchor (Klassen 5 bis 7), mittwochs von 17 bis 18.30 Uhr und freitags von 16 bis 18 Uhr
  • Zusätzlich wird für Kinder ab der 5. Klasse die Möglichkeit zur Stimmbildung in Kleingruppen angeboten.
  • Ungefähr ab der 8. Klasse wechseln Jungen und Mädchen in den Jugendchor: Dort proben die Herrenstimmen montags von 19 bis 21 Uhr und die Damenstimmen mittwochs von 18.30 bis 20.30 Uhr. Hinzu kommt eine gemeinsame Probe am Freitag von 18 bis 21 Uhr.

Bisher gab es in Osnabrück einen Jugendchor und einen Domchor mit gemischtem Kinderchor. Das ändert sich jetzt: Als Domkantorin verstärkt Julia Arling das Team und Domchordirektor Clemens Breitschaft. Gemeinsam wollen Sie das Portfolio der Dom-Musik erweitern. Das betrifft sowohl Kinder, als auch erwachsene Sängerinnen und Sänger. Neu ist zum Beispiel, dass Mädchen und Jungen ab diesem Sommer getrennt singen; Julia Arling leitet die Mädchenchöre, die Jungen werden von Clemens Breitschaft unterrichtet. Insgesamt, sagt Arling, soll der Kinderchorbereich am Osnabrücker Dom mehr Spielraum erhalten für die Gestaltung der Liturgie. Darüber hinaus finden gemeinsame Konzerte mit dem Osnabrücker Jugendchor und dem Erwachsenenchor des Doms statt.

Die Stimme ist das erste Instrument des Menschen überhaupt. Julia Arling schulte ihre Stimme bereits als Vierjährige im Kinderchor. Im Alter von sechs Jahren nahm sie Klavierunterricht und lernte mit 13 das Orgelspiel. Nach erfolgreichem Diplomstudium absolviert sie derzeit an der Musikhochschule Köln noch ein Masterstudium in Kirchenmusik, Schwerpunkt Chorleitung. Außerdem ist die gebürtige Emsländerin die jüngste Domkantorin Deutschlands und möchte ihre positiven Erfahrungen mit der Musik an die nächste Generation weiter geben:

„Mit Musik wird es nie langweilig. Es gibt jeden Tag Neues zu entdecken, neue Lieder, neue Chorstücke, Orchesterwerke, Komponisten und somit bleibt es immer spannend! Diese Erfahrung dann mit anderen Menschen gemeinsam in einem Chor zu teilen, macht mir sehr viel Spaß!“

Für Osnabrück hat Julia Arling große Pläne, denn trotz ihrer jungen Jahre bringt sie jede Menge musikalische Erfahrungen mit. Neben ihrem Studium war sie als Kirchenmusikerin in einer Kölner Gemeinde tätig, leitete verschiedene Kinderchorgruppen und war musikalische Assistentin für den Mädchenchor am Kölner Dom. Dort arbeitete sie unter anderem als Stimmbildnerin – was nun in Osnabrück von Vorteil ist. Die Sängerinnen und Sänger des Domchors ab der fünften Klasse werden in Kleingruppen gefördert. Arling ist sich sicher: „Das wird dem Gesamtklang des Chores guttun.“

Im Vergleich zu Köln gibt es in Osnabrück keine Domsingschule. Julia Arling ist deshalb mit dem Chor-Bulli oft unterwegs zu Schulen, um mit den Vorchorgruppen zu proben. Erst ab der dritten Klasse singen die Kinder regelmäßig direkt am Dom. Ihr Beruf, sagt Arling, sei überraschend vielseitig, vor allem die Arbeit mit Kindern halte lebendig. In ihrem eigenen musikalischen Wirken als Organistin und Pianistin und auch als Chorleiterin in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen versteht sie sich als Künstlerin. „In der Chorarbeit sehe ich mich zusätzlich als Pädagogin und Managerin.“ Der Kinderchor sei dabei nicht einfach nur Nachwuchschorarbeit.

„Man muss die Kinder als Individuen ernst nehmen“, betont sie. „Singen verbinde Körper, Geist und Seele und hilft, sich zu einer starken Persönlichkeit zu entwickeln.“