Seien wir die Stimme der Flüchtlinge!

Rettungsring am Strand
Bild: pixabay.com, immerbreight

Tagelang ist das Rettungsschiff „Aquarius“ mit Flüchtlingen im Mittelmeer unterwegs. Nach verschiedenen rigorosen Absagen ist endlich Spanien bereit, den Hafen Valencia für die Notleidenden zu öffnen.

Die Grenzen werden geschlossen. Nicht Brücken, sondern Mauern werden errichtet. Die Stimmung in der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen wird schlechter. Die Asylpolitik wird restriktiver. Populisten schüren Ängste. Die Briten haben gedacht oder sich einreden lassen, dass es besser ohne dieses Europa geht. Die mangelnde Solidarität und die fehlende gesellschaftliche Vision lähmen unser Land, spalten die Europäische Union. Und sehr, sehr viele wollen von alledem nichts mehr hören und sehen.

Der evangelische Pfarrer und Theologe Martin Niemöller (1892-1984) hat einmal, wenngleich in ganz anderen Zusammenhängen, etwas gesagt, das mir auch in unserer heutigen Situation wichtig ist: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Über den Autor

Theo Paul ist Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Verwaltung des Bistums. In seinen Blogbeiträgen greift er gerne aktuelle Themen auf.

Wie gesagt: andere Zusammenhänge. Und doch: Was Niemöller damit auf den Punkt bringt, ist das folgenschwere Fehlen eines Bürgersinns, der sich solidarisiert und sich mitverantwortlich weiß in den politischen und humanitären Katastrophen der Zeit.

Papst Franziskus wird nicht müde, auf die Situation der Flüchtlinge hinzuweisen. Lassen wir ihn und vor allem sie nicht allein! Seien wir Stimme der Flüchtlinge! Bleiben wir bei den Flüchtlingen!

Ein Kommentar zu “Seien wir die Stimme der Flüchtlinge!

  1. Lieber Herr Generalvikar Theo Paul! Vielen Dank für diesen guten und berührenden Beitrag. Ich habe selbst guten Kontakt zu jungen Flüchtlingen und versuche ihnen zu helfen, in Deutschland Fuße zu fassen. Manchmal verzweifele ich an der Gleichgültigkeit anderer Menschen.
    Ihr Beitrag gibt mir Mut weiterzumachen.
    Vielen Dank!

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