Von 1.000 Einwohnern sind zwei katholisch

Bischof Wittler begrüßt die Teilnehmer der ersten Studientagung im Jahr 1968 in seinem Haus.
Bischof Wittler begrüßt die Teilnehmer der ersten Studientagung im Jahr 1968 in seinem Haus. Bild: privat

50 Jahre Ansgar-Werk

Das Ansgar-Werk der Bistümer Osnabrück und Hamburg begeht am 5. Februar sein 50-jähriges Bestehen. Das Hilfswerk ist eine Stiftung, die 1967 vom damaligen Osnabrücker Bischof Helmut Hermann Wittler gegründet wurde. Durch Spenden, Kollekten und durch zahlreiche persönliche Kontakte fördert das Werk die katholische Kirche in den nordeuropäischen Ländern Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island. Dort leben die Katholiken in extremer Diaspora: In einigen Ländern und Regionen sind von 1.000 Einwohnern nur zwei katholisch, Kirchengemeinden sind mancherorts in der Fläche so groß sind wie die Benelux-Staaten zusammen.

„In Menschen, nicht in Steine investieren“

In den vergangen 50 Jahren hat das Ansgar-Werk die katholische Kirche in Skandinavien mit rund 18 Millionen Euro unterstützt. Damit wurden zum Beispiel die Ausbildung von Theologen finanziert, liturgische Geräte für die Gemeinden angeschafft und Religionsbücher gedruckt. Das Entscheidende ist nach den Worten des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode jedoch „Verbundenheit, Nähe, Kontakt und Beistand“. Dem Ansgar-Werk sei es immer wichtiger gewesen, „in Menschen, in persönliche Begegnung, in Seelsorge und Bildung zu investieren, als in Steine“, schreibt Bode anlässlich des Jubiläums.

Mönch in Munkeby
Im norwegischen Kloster Munkeby stellen die Mönche leckeren Weichkäse her. 2009 wurde das Trappistenkloster dort neu gegründet, auch durch die Unterstützung des Ansgar-Werks. Bild: Kirchenbote

Dazu gehört vor allem eine Studienwoche, die jährlich im Sommer in der Bildungsstätte „Haus Ohrbeck“ in Georgsmarienhütte bei Osnabrück stattfindet. Sie ermöglicht für rund 40 Priester, Ordensleute und Laien aus den nordischen Ländern und Deutschland eine theologische Weiterbildung. Das Ansgar-Werk konzentriert sich heute nach Angaben seines Vorsitzenden Ansgar Lüttel auf die Bildungsarbeit und unterstützt seelsorgliche Initiativen. „Das Werk ermöglicht zum Beispiel das jährliche Treffen aller Priesterkandidaten der nordischen Diözesen oder fördert die Ausbildung der Priester.“

Weitere Infos

Das Hilfswerk ist benannt nach dem Benediktinermönch Ansgar, der im 9. Jahrhundert als Missionsbischof für Dänemark und Schweden den nordeuropäischen Raum missionierte. Er war der erste Bischof von Hamburg und starb 865 in Bremen.