Was wirklich wichtig ist?

Menschen lassen Drachen steigen
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So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

Matthäus 22,21

Manchmal überschlagen sich die Ereignisse: Wo fang ich an, wo hör ich auf?! Es gibt so Tage, da wollen alle alles – so kommt es mir vor. Jesus macht im Sonntagsevangelium deutlich: Nicht alles hat den gleichen Stellenwert. Es gibt vieles, das unsere Aufmerksamkeit fordert, unsere Zeit beansprucht und uns unter Druck setzen kann. Erwartungen von außen, berufliche Aufgaben, Verpflichtungen und der Wunsch, es allen recht zu machen, verstellen im Alltag leicht den Blick für das Wesentliche.

Paradoxerweise hilft dann häufig genau das Gegenteil: Abstand, durchatmen, Tapetenwechsel oder die Kaffeepause mit den Kolleg*innen. Verlangsamen, wenn es stressig wird.

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Ein Zitat von Ruth Cohn (Psychoanalytikerin und Begründerin der themenzentrierten Interaktion, 1912-2010) begleitet mich schon seit vielen Jahren: „Wir haben nur wenig Zeit, deshalb müssen wir langsam vorgehen.“ Langsam vorgehen? Wie passt denn das zur vollen To-do -Liste? Diese hektisch abzuarbeiten würde wohl eher kurzfristig auf des Kaisers Konto einzahlen. Langsamer heißt manchmal nämlich auch achtsamer, sorgfältiger, wertschätzender.

Jesus ermutigt deshalb, zu unterscheiden und fragt, weil er es gut mit uns meint: Was verdient wirklich deine Zeit und Kraft? Was ist wichtig – und was ist nur dringend? Wo setzt du Prioritäten und konzentrierst dich auf das Wesentliche?

Das bedeutet manchmal auch, Nein zu sagen. Sichtbar wird dann mein Ja: Ja zu dem, was mir wirklich am Herzen liegt. Ja zu den Menschen, die mir wichtig sind. Ja zu meiner Verantwortung.

Denn Gott fragt nicht, ob ich alles geschafft habe, sondern was mir und meinem Nächsten, unserer Gesellschaft und dem Leben dient!

Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! 

Psalm 103,2

Herbst, See, Paar