Haltung zeigen – Woche zur katholischen Flüchtlingshilfe
Wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen – sei es wegen Verfolgung, Krieg, Armut oder Klimakrise – sind sie auf Unterstützung angewiesen. Die katholische Kirche in Deutschland hat seit 2015 intensiv daran gearbeitet, diese Hilfe zu leisten und sichtbar zu machen. Zehn Jahre später lädt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) zur „Woche zur katholischen Flüchtlingshilfe“ ein. Vom 28. September bis zum 5. Oktober stehen die zentralen Fragen im Fokus: Wie können wir Glaube, Solidarität und Menschenwürde leben und wie können wir die Geschichten der Geflüchteten hörbar machen?
„Die Woche ist wichtig, weil sich damit auch die Kirche aktiv und sichtbar in die gesellschaftliche Debatte um Flucht, Migration und Integration einbringt“, betont Alexandra Franke, die in diesem Jahr von Bischof Dominicus als Diözesanbeauftragte für Flüchtlingshilfe beauftragt wurde. Außerdem ist sie beim Caritasverband Osnabrück als Referentin für Flüchtlingshilfe und Caritas International zuständig. Franke erklärt: „Jedes Bistum hat diese Beauftragten, wir tauschen uns mehrmals im Jahr zu aktuellen Themen aus und was gerade so in der Praxis los ist, deswegen ist eine gute Verzahnung zwischen Referat und Praxis wichtig.“
Weitere Infos
- Eine Übersicht zu Möglichkeiten des Engagements und weitere Infos der Caritas Osnabrück zur Flüchtlingshilfe finden Sie hier.
- Hier gibt es weitere allgemeine Informationen zum Thema Flüchtlingshilfe.
- Im Rahmen der Aktionswoche informierte sich auch Bischof Dominicus über die Angebote für Geflüchtete im Bistum Osnabrück. Mehr dazu erfahren sie hier.
- Einblicke zur Aktionswoche der Deutschen Bischofskonferenz gibt es hier.
„Zu Beginn der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ herrschte eine große gesellschaftliche Offenheit und die Hilfsbereitschaft war enorm“, erinnert sich die Beauftragte. Doch dieses hohe Engagement im Ehrenamt und die finanzielle Unterstützung auf Landes- und Bundesebene sei in den vergangenen Jahren stark zurück gegangen. Das gesellschaftliche und politische Klima in Deutschland habe sich verändert. „In einer Zeit, in der Polarisierung und Ausgrenzung zunehmen, setzt die Kirche und mit ihr die Caritas ein klares Zeichen: Sie tritt für Menschenwürde, Solidarität und Nächstenliebe ein“, so Alexandra Franke. Dabei sei entscheidend, dass die Woche mit konkreten Projekten und Begegnungen gefüllt werde – und dass auch über diesen Zeitraum hinaus regelmäßig über die wertvolle Arbeit berichtet werde. Das Engagement der Menschen vor Ort sei wichtig, denn Integration gelingt immer dann, wenn Menschen sich aktiv einbringen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam gestalten.
Die Woche für die Flüchtlingshilfe ist ein guter Anlass, um die Relevanz dieser Projekte und die vielen guten Geschichten vor Ort sichtbar zu machen. Deshalb wird auch Bischof Dominicus den Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück besuchen, um dort die Migrationsarbeit näher kennenzulernen. Alexandra Franke würdigt diesen persönlichen Einsatz: „Wir freuen uns, dass er sich die Zeit nimmt, und sich einen Einblick verschafft.“
Daneben gibt es zahlreiche Initiativen, die das Engagement im Bistum sichtbar machen. Ein Beispiel ist das Kunst- und Kulturprojekt zur Demokratieförderung „Vielfalt in Osnabrück“: Mit Plakaten in der Stadt, Audio-Interviews und Social-Media-Beiträgen rückt der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück individuelle Geschichten von Geflüchteten ins Licht:




Oft gingen in der politischen Debatte die persönlichen Perspektiven verloren und auch der positive Blick auf die Prozesse, in denen Integration hervorragend funktioniere – und das obwohl sie oft mit Hürden einhergehe, erklärt Alexandra Franke. „Insbesondere weil unsere Zielgruppe aus den verschiedenen Beratungsangeboten – Menschen mit Migrationshintergrund – stark von populistischen Parolen und Vorurteilen betroffen ist.“ Deshalb sollen mit diesem Projekt diese Perspektiven breiter in die Öffentlichkeit getragen sowie der gesellschaftlichen Zusammenhalt gestärkt und Vorurteile abgebaut werden.
Auch in anderen Regionen des Bistums entstehen Orte der Begegnung – etwa in Cafés, in denen Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte ins Gespräch kommen. Franke berichtet „Meiner Meinung nach sind Begegnungen in diesem Kontext extrem wichtig, weil sie Verbindung schaffen und dafür sorgen, dass wir nicht so schnell immer nur Verallgemeinern und weg kommen von diesem: Die sind ja alle so und so!“ Wer Interesse hat, sich in diesem Anliegen zu engagieren, kann das bei den einzelnen Regionalverbänden der Caritas in unterschiedlichen Projekten mit verschiedenen Schwerpunkten tun.
Alexandra Franke macht noch einmal deutlich, wie wichtig die Unterstützung sowie Kompetenzen und Förderprogramme sind, denn auch in Zukunft wird es weiter Menschen geben, die fliehen müssen. „Christliches Handeln bedeutet, sich dauerhaft und verlässlich für Menschen in Not einzusetzen – auch wenn der Gegenwind stärker wird.“ Genau darum geht es bei der Woche für die Flüchtlingshilfe: nicht nur ein Moment, sondern ein kontinuierlich gelebtes Engagement.