Zwischen Erfolg und Verfolgung

Zwischen Erfolg und Verfolgung
Bild: Laura Soria

Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach

Das Diözesanmuseum zeigt eine Wanderausstellung, die sich mit einem lange vergessenen Kapitel deutscher Sportgeschichte befasst: dem Schicksal von 16 jüdischen Sportlern, die einst gefeierte Helden, nach 1933 aber diffamiert, verfolgt, vertrieben oder getötet wurden. Die großformatigen Figuren, auf denen die Biografien und Hintergrundinfos nachgelesen werden können, stehen an zentraler Stelle auf dem Domvorplatz und sind bis zum 13. Oktober öffentlich und kostenfrei zugänglich.

Zwischen Erfolg und VerfolgungZu ihrer Zeit waren die Fechterin Helene Mayer, die Hochspringerin Gretel Bergmann, die Fußballer Julius Hirsch und Gottfried Fuchs, der Eishockeyspieler Rudi Ball, die Ringer bzw. Gewichtheber Julius und Hermann Baruch, der Fußballpionier Walther Bensemann, die Turner Alfred und Gustav Felix Flatow, die Leichtathletinnen Lilli Henoch und Martha Jacob, Basketballspieler Ralph Klein, der Schachspieler Emanuel Lasker, Tennisspielerin Nelly Neppach und der Boxer Erich Seelig als Nationalspieler, Welt- und Europameister, Olympiasieger oder Rekordhalter gefeierte Spitzensportler in Deutschland. Doch mit der Machtergreifung der Nazis wurde ihnen nicht nur der Zugang zu ihrem Sport zunehmend erschwert, ihre Leistungen wurden verleugnet und aberkannt.

Zwischen Erfolg und Verfolgung

Auch im Nachkriegsdeutschland werden die Erinnerungen an die Erfolge und die Verfolgung der jüdischen Athleten lange verdrängt. Sarah Poewe ist 2004 in Atlanta die erste jüdische Sportlerin, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine olympische Medaille für Deutschland gewinnt. Ihre Biografie schlägt die Brücke zur Gegenwart. Die Ausstellung soll ein Zeichen gegen den neu aufkeimenden Antisemitismus setzen und ist ein klares Nein zu einer Kultur des Hasses, die, einmal entstanden, alle Lebensbereiche umfasst.

Weitere Infos

  • Hier können Sie den Flyer zur Ausstellung herunterladen.
  • Alle Details zur Ausstellung finden sich auch auf dieser Internetseite.

Träger und Leihgeber der Ausstellung ist das Zentrum deutsche Sportgeschichte in Berlin, nachdem diese von der Kulturstiftung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) initiiert, konzipiert und finanziell gefördert worden war. Sie startete anlässlich der European Maccabi Games 2015 in Berlin und war später in Frankfurt, Dortmund sowie acht weiteren Orten zu sehen – zuletzt bis zum 28. August in Kiel. Begleitend zur Wanderausstellung im Außenbereich wird in der Blickpunktvitrine im Forum am Dom an jüdische Sportler und Sportfunktionäre aus Osnabrück erinnert: so etwa an den VfLer Felix Löwenstein sowie Carl Meyer von Ballsport Eversburg.

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Besucherinformation und Kontakt

Diözesanmuseum und Domschatzkammer
Domhof 12
49074 Osnabrück

0541 318-481
museum@bistum-os.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt: 5,- Euro, ermäßigt 3,50 Euro
Für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt frei!