20. Dezember 2020

Eine Kinderhand hält eine Erwachsenenhand
Gottes Zusage gilt: Ich bin überall mit Dir gewesen, wohin Du auch gegangen bist. Bild: pixabay.com


Impuls zur Lesung am 4. Adventssonntag: „Ich bin überall mit Dir gewesen, wohin Du auch gegangen bist.“

So einen Satz wünscht man sich am Ende eines Weges – wie schön wäre es, wenn das die Erkenntnis am Ende unseres Lebens wäre, niemals wirklich allein und immer beschützt gewesen zu sein – begleitet von einer mütterlichen / väterlichen Hand. Rückblickend erkennt man oft, dass Dinge, die sich in der Gegenwart nicht erschließen und verletzen, letztlich doch weitergeführt haben. Es gibt die beliebte Geschichte von den Fußspuren im Sand: An den Stellen, wo es im Leben besonders schwer war, ist aus zwei Paar Fußabdrücken einer geworden, nicht weil Gott den Menschen verlassen, sondern weil er ihn getragen hat. 

Auch in der Geschichte, aus dem dieser Vers stammt, geht es um Sicherheit, Neuorientierung und die Frage, wie Gott da ist und wie es den Menschen gelingen kann, mit ihm verbunden zu bleiben. Sie stammt aus dem Buch Samuel: König David ist alt geworden. Wie geht es weiter mit dem Königtum im Haus Israel? Ist das die richtige Staatsform für das Volk? Im Buch Samuel gibt es zwei Tendenzen: Zum einen wird das Königtum kritisch gesehen – rückblickend hat es durch schlechte Amtsführung mit zur Zerstörung Judas durch die Babylonier beigetragen. Gleichwohl wird es in dieser Textstelle als von Gott gewollt legitimiert: Die Königsherrschaft soll auf Davids Sohn Salomo übergehen und diese Familiendynastie auf ewig Bestand haben, sichert Gott durch den Propheten Natan zu. Das Lukas-Evangelium bezieht diese Verheißung auf Christus, der über seinen Vater Josef in der Verwandtschaftslinie zu David steht.

David fragt sich, wie er die Treue seines Volkes zu Gott weiter absichern kann und plant den Bau des Tempels, damit es einen konkreten Ort gibt, wo man Gott ehren und sich mit ihm verbinden kann. Gottes Reaktion ist deutlich: Er braucht so einen Ort nicht, um bei den Menschen zu sein – so spricht er über den Propheten Natan zu David:

„Du willst mir ein Haus bauen, damit ich darin wohne? Ich habe dich von der Weide und von der Herde weggeholt, damit du Fürst über mein Volk Israel wirst, und ich bin überall mit dir gewesen, wohin du auch gegangen bist. Ich habe alle deine Feinde vor deinen Augen vernichtet, und ich will dir einen großen Namen machen, der dem Namen der Großen auf der Erde gleich ist.Ich will meinem Volk Israel einen Platz zuweisen und es einpflanzen, damit es an seinem Ort sicher wohnen kann und sich nicht mehr ängstigen muss und schlechte Menschen es nicht mehr unterdrücken wie früher und auch von dem Tag an, an dem ich Richter in meinem Volk Israel eingesetzt habe. Ich verschaffe dir Ruhe vor allen deinen Feinden.“

2 Samuel 7,5b; 8-11

Welch eine Zusage – Gott schafft es immer bis zum Menschen und braucht dafür weder Gebäude noch Institutionen. Aber wache, aufmerksame und vertrauende Menschen, die sich öffnen und hören.

Angenommen, diese Zusage Gottes, alle Wege mitzugehen, stimmt: Was bedeutet das für Sie? Was verändert das? Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, darauf einfach zu setzen!

Inge Zumsande