Die Hoffnung stirbt nicht

Frau, zerstörte Häuser
Bild: unsplash.com, Jordy Meow Public Domain

Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben.

Römer 5,1-6 (Einheitsübersetzung)

 

Kinder sterben in Aleppo, Mütter und Väter kommen durch Bomben und Granaten in Mossul ums Leben. Stundenlang können wir in den Medien die Bilder und die Analysen zu den politischen Interessenlinien in Syrien und dem Irak verfolgen. Was aber ist mit den Opfern, den Toten? Haben sie nur Pech gehabt, waren sie eben zur falschen Zeit am falschen Ort?

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

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Was ist mit Kindern und Erwachsenen, die in der Hungerkatastrophe im Jemen, Somalia, Sudan, Nigeria, die in den verbrecherischen Kriegen sterben? War das ihre einzige Lebensperspektive? Es gibt einen Atheismus, und der ist faktisch recht weit verbreitet, der das Leben wie eine Art Lotteriespiel sieht, bei dem es einige Gewinner und eine weit größere Zahl an Verlierern gibt. Das werde ich nicht akzeptieren. Ich will nicht, dass die Opfer aus dem Blick geraten. Die Leidenden erwarten zurecht unsere Solidarität und Hilfe, und die Toten verlangen zurecht unsere Erinnerung. Wer sie vergisst, wer die Leiden verdrängt, um ein bisschen Glück oder eine scheinbar plausible politische Strategie nicht zu trüben, der kann nicht überzeugend human sein, der wird zum Mittäter. Das hat Jesus Christus vor aller Welt sehr deutlich gemacht. Und er sprach vom Gericht, von Gerechtigkeit für die Opfer, die Täter und die Mittäter.

Mit diesem Gottesglauben ist dann auch die Hoffnung berechtigt, dass es für die Opfer von Gewalt und Krieg, für die Toten weltweit noch eine neue Zukunft gibt über den Tod hinaus. Es kommt zu einer Verwandlung mit Ewigkeitscharakter. Ostern.

Generalvikar Theo Paul