„Maria Magdalena“ im Kino

Kinosessel
Bild: unsplash.com, Kilyan Sockalingum

Kaum ist Ostern, kommt Jesus ins Kino. Aber diesmal ist nicht er die Hauptperson, sondern sie: „Maria Magdalena“. Den Film gibt‘s schon seit Mitte März zu sehen, aber nach dem Fest entfaltet er seine ganze Kraft: Schließlich ist Maria Magdalena die erste Auferstehungszeugin.

Diese biblische Frau hat schon immer Fantasien entfacht. Eine grandiose Schönheit ist sie auch im Film, aber sonst ist vieles anderes: eindrucksvoll, ein bisschen spröde fast und niemals kitschig. Es gibt neben großen Worten unendlich schöne Bilder und Landschaftsaufnahmen, der Film kommt so nah, dass man irgendwann den groben Wollstoff der Gewänder selbst auf der Haut zu spüren meint. Mitsamt dem rauen Wind, der am See Genezareth weht – oder wo immer gedreht wurde.

Die Geschichte kennen wir und doch entwickelt sie sich wunderbar neu. Zwei Frauen haben das Drehbuch geschrieben und stellen die entscheidende Frage: Wie ist das mit dem Reich Gottes? Ihre stille Protagonistin versteht, es bricht nicht aus durch Revolution und Kampf. Es wächst wie ein winziges Senfkorn, das eine Frau nimmt und in ihren Garten pflanzt. Unscheinbar, leise, hoffnungsvoll. Wir sind Pflanzerinnen und Erdreich zugleich dafür. Schön, dass der Film erzählen kann: Die Botschaft Jesus ist fragiler, zarter, weniger laut, als es oft durch die Kirchengeschichte hallt, aber sie ist immer eines: unwiderstehlich.

Über die Autorin

Martina Kreidler-Kos ist zuständig für die Ehe- und Familienseelsorge. Natürlich liegen ihr diese Themen besonders am Herzen – aber nicht nur. Sie hat im Alltag ein wachsames Auge. Denn dort trifft sie auf große Dinge oder nur scheinbar kleine Nebensächlichkeiten.

Ich stelle mir Jesus zwar etwas weniger grimmig und Maria von Magdala etwas weniger schön vor, aber ich habe es sehr genossen, den beiden – und allen anderen! – zu zusehen. Und der Apell halt nach, den der Film-Jesus Petrus und Maria eindringlich mitgibt: Ihr müsst meine Boten sein! Ohne die Jüngerinnen und Jünger hätte die Botschaft auf verlorenem Posten gestanden. Ohne uns heute auch.

 

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