Ist da jemand?

Bild: pixabay.com, Antranias

„Wenn der Himmel ohne Farben ist, schaust du nach oben und manchmal fragst du dich: Ist da jemand, der mich wirklich braucht? Ist da jemand? Ist da jemand?“ – Hört sich an, als ob einer betet, geht mir durch den Kopf, als ich den Song zu ersten Mal höre: direkt, ernsthaft, eindringlich. Nicht leise im stillen Kämmerlein oder Kirchenraum, sondern laut, öffentlich und im Moment über alle verfügbaren Kanäle: „Ist da jemand?“

Adel Tawil – der Sänger, mit den ägyptisch-tunesischen Wurzeln, war eine ganze Weile abgetaucht. Und jetzt das: „Ist da jemand, der mein Herz versteht? Und der mit mir bis ans Ende geht? Ist da jemand, der noch an mich glaubt? Ist da jemand? Ist da jemand?“ Ok, ein bisschen Kitsch, ein bisschen Pathos und reichlich Pop-Poesie. Und trotzdem: Machen wir uns nichts vor, das sind die großen Fragen des Lebens. Nicht die einzigen natürlich, aber diese hier gehört ganz sicher dazu: „Ist da jemand, der noch an mich glaubt?“

Über die Autorin

Martina Kreidler-Kos ist zuständig für die Ehe- und Familienseelsorge. Natürlich liegen ihr diese Themen besonders am Herzen – aber nicht nur. Sie hat im Alltag ein wachsames Auge. Denn dort trifft sie auf große Dinge oder nur scheinbar kleine Nebensächlichkeiten.

Dass es im Song erstmal um menschliche Nähe geht, ist klar. Aber diesen Gedanken weiterzuspinnen, reizt mich. Nicht zu fragen: „Glaubst du an Gott?“, sondern mal umgekehrt: „Glaubt Gott an dich?“ Und: „Glaubst du, dass er Lust hat, mit dir durchs Leben zu gehen? Dass er interessiert ist an deiner Geschichte? Und dir mehr zutraut, als du denkst? Glaubst du, dass er auch an Dich glaubt?“

Der Song bleibt am Ende vage, das ist ok. Hauptsache wir bleiben es nicht: „Wenn du selber nicht mehr an dich glaubst. Dann ist da jemand, ist da jemand! Der dir den Schatten von der Seele nimmt. Und dich sicher nach Hause bringt. Immer wenn du es am meisten brauchst. Dann ist da jemand, ist da jemand!“ Dieser Schluss ist christlich gesehen keine Frage mehr, sondern ein echtes und schon ziemlich schönes Credo.

 

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