Licht und Hoffnung

Licht und Hoffnung
Bild: pixabay.com, Albrecht Fietz

Schwestern und Brüder! Alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schriften Hoffnung haben. Der Gott der Geduld und des Trostes aber schenke euch, eines Sinnes untereinander zu sein, Christus Jesus gemäß, damit ihr Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, einmütig und mit einem Munde preist. Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes!

Römer 15,4-7

Advent. In diesem Jahr hatte ich wirklich etwas Angst davor.

Nicht vor der Arbeit oder den Terminen oder dem gewohnten adventlichen Stress, sondern ich hatte Angst vor der Dunkelheit.

Wir alle wissen ja, dass es um diese Jahreszeit sehr spät hell und dafür umso früher dunkel wird. An manchen Tagen ist das Wetter so grau, dass es den ganzen Tag nicht richtig hell wird. Normalerweise stellen deshalb viele Menschen in dieser Zeit Lichter auf. Grüne Zweige mit Lichterketten, einige schmücken eine Tanne draußen mit Licht, andere hängen etwas schön Leuchtendes in die Fenster …

Das Bibelfenster

Hier kommentieren jede Woche Menschen aus dem Bistum Osnabrück eine Bibelstelle aus einer der aktuellen Sonntagslesungen – pointiert, modern und vor allem ganz persönlich.

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Aber dieses Jahr ist nichts mehr normal. Wir haben Krieg in Europa, Einkaufen ist sehr teuer geworden und viele Menschen haben große Sorge vor der Gas- und Stromrechnung im kommenden Jahr. Und ich hatte wirklich Angst, dass deshalb viele Menschen auf die Lichter im Fenster oder draußen verzichten, weil sie die Rechnung fürchten. Das wäre eine sehr dunkle und trostlose Adventszeit geworden, aber glücklicherweise leuchtet und strahlt es an vielen Orten gegen die Dunkelheit.

Ein philippinisches Volksmärchen erzählt von einem König, der zwei Söhne hat. Um zu klären, wer sein Nachfolger werden soll, gibt er ihnen eine Aufgabe: Sie sollen für fünf Silberstücke die Halle des Schlosses bis zum Abend füllen. Wer es besser macht, soll der Nachfolger des Königs werden. Der erste Sohn holt Zuckerrohrabfälle und füllt damit die Halle. Der andere lässt das entfernen und stellte in die Mitte der Halle eine Kerze, die mit ihrem Licht die gesamte Halle füllt.
Der Vater sagt: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“

Licht und Hoffnung – ich glaube das ist es, was gerade viele Menschen gut gebrauchen können. Und dafür kann der Advent mit seinen hoffnungsvollen Geschichten und den vielen Lichtern doch ein großes Geschenk sein …

Pastoralreferentin Eva Schumacher