Nacht des Wachens

Nacht des Wachens
Bild: unsplash.com, Jeremy Bishop

Dann verließ Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm. Als er dort war, sagte er zu ihnen: Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet! Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm (neue) Kraft. Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.

Lukas 22,39-44

Jesus verlässt in dieser Nacht die Stadt und geht, wie er es gewohnt ist, zum Ölberg. Es ist ein kurzer Weg – und doch ein entscheidender. Seine Jünger folgen ihm, aber er geht nicht den ganzen Weg mit ihnen. Ein Stück geht er allein. Er bleibt stehen, kniet nieder und betet.

Jesus weiß, was vor ihm liegt. Er kennt den weiteren Weg – und trotzdem geht er ihn nicht einfach weiter. Er hält an. Er sucht einen Ort des Rückzugs, um Kraft zu sammeln. In dieser Nacht zeigt sich Jesus als Mensch aus Fleisch und Blut: mit Angst, mit Zweifel, mit der Sehnsucht nach einem anderen Ausgang. „Nimm diesen Kelch von mir“, betet er. Und zugleich: „Nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.“

Der Weg Jesu führt hier durch Angst und Verlassenheit. Er ist kein gerader, kein sicherer Weg. Und doch bleibt Jesus nicht stehen. In seinem Gebet findet er neue Kraft, um weiterzugehen – Schritt für Schritt, hinein in das, was kommt.

Solche Orte des Anhaltens gibt es auch heute noch. Orte, an denen Menschen auf ihrem Weg innehalten können, wenn Entscheidungen schwerfallen oder die nächsten Schritte ungewiss sind …

An welchem Ort kann ich anhalten, aushalten und Kraft finden?

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Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben.

Römer 15,13