Ostermontag
Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn.
Lukas 24,13-16.28-31a
Am Ostermontag erzählt die Bibel von zwei Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus sind. Sie sprechen über das, was geschehen ist, über Tod und Auferstehung Jesu. Unterwegs schließt sich ihnen Jesus an, doch sie erkennen ihn nicht. Erst als er mit ihnen das Brot teilt, gehen ihnen die Augen auf.
Der Weg nach Emmaus ist ein Weg zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Rückblick und Zukunft. Jesus geht mit – unerkannt, unaufdringlich, als Begleiter. Ostern zeigt sich hier nicht im großen Moment, sondern im gemeinsamen Unterwegssein und im Teilen.
Als Hoffnungsfest weist Ostern über diesen Tag hinaus. Der Glaube lebt weiter – in der Gemeinschaft der Glaubenden und in den Wegen einzelner Menschen.
Wo bin ich unterwegs, ohne alles zu verstehen – und wer geht vielleicht mit mir, ohne dass ich es merke?