Glückliches neues Jahr!

Brennende Wunderkerzen
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Silvester. Der Sekt perlt in Gläsern, die Party ist in vollem Gange. 10, 9, 8… Nur noch wenige Augenblicke, dann kann es losgehen! 7, 6, 5… Alles auf Anfang. 4, 3, 2… Neues Jahr, neues Glück! 1… STOPP! Bitte noch mal kurz innehalten. Silvester, warum eigentlich? Und was dann?

Glücksklee, Bild: photocase.de, jarts
Viel Glück im neuen Jahr! (Bild: photocase.de, jarts)

Millionen Menschen auf der ganzen Welt feiern in der Nacht auf den 1. Januar den Beginn eines neuen Jahres. Aber der 31. Dezember ist auch der Todestag von Papst Silvester I. – dem Mann, der dem Jahreswechsel seinen Namen gab. Das wussten Sie nicht? Kein Wunder: Über diesen Papst ist nur wenig bekannt. So wenig, dass er Stoff für viele Legenden bietet. So soll er beispielsweise den berühmten Kaiser Konstantin geheilt und bekehrt haben. Außerdem sagt man ihm nach, er habe tote Stiere zum Leben erweckt und sogar Drachen bezwungen.

Tatsächlich ist nur sicher, dass er am 31. Dezember 314 zum Bischof von Rom und damit zum Papst gewählt wurde – und exakt 21 Jahre später starb. Sein Pontifikat fällt in eine für die Kirche bedeutsame Zeit. Die Christenverfolgungen gehören der Vergangenheit an, seit Roms Kaiser Konstantin die Religionsfreiheit eingeführt hat. So erleidet Silvester im Unterschied zu etlichen seiner Vorgänger kein Martyrium; hochbetagt, so die Überlieferung, entschläft er sanft. Heute noch wird er häufig mit einem Ölbaumzweig dargestellt – Symbol für den Frieden, der für die Kirche unter seiner Regentschaft anbricht.

Friedenstaube, Bild: fotolia.de, rsester
Der Traum vom Frieden (Bild: fotolia.de, rsester)

Die katholische Kirche feiert am 1. Januar den Welttag des Friedens. Es war Papst Paul VI., der angesichts des atomaren Wettrüstens zum 1. Januar 1968 die Menschheit dazu aufrief, sich im Namen von Leben, Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe für den Frieden einzusetzen. Die Initiative stellte sich zwar unter das Patronat der Gottesmutter Maria – deren Gedenktag ebenfalls am 1. Januar gefeiert wird – wollte aber ausdrücklich als nicht exklusiv religiös, geschweige denn katholisch verstanden werden. Mit dem Weltfriedenstag bekundet die katholische Kirche ihre neu empfundene Verantwortung für die Welt: Christen teilen, wie es im Zweiten Vatikanischen Konzil heißt, Freude und Hoffnung, Trauer und Angst aller Menschen.

Am Neujahrstag 2011 betonte der damalige Papst Benedikt XVI. die grundlegende Bedeutung des Friedens für das menschliche Zusammenleben. Unter dem Leitwort: „Religionsfreiheit – der Weg zum Frieden“ verurteilte er Diskriminierung, Intoleranz und Gewalt gegenüber Christen und Angehörigen anderer Religionen.

Was also trägt uns ins nächste Jahr? Außer den guten Vorsätzen, mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, sich gesünder zu ernähren und Sport zu treiben.

Friede auf Erden zum Beispiel. Eine große Aufgabe – ein Grund mehr, diesen Wunsch in die Liste mit guten Vorsätzen für das nächste Jahr aufzunehmen. Klar, Experten raten, sich nur realistische Ziele zu setzen, lieber kleine Schritte zu wagen, als gleich die ganze Welt verändern zu wollen. Aber um etwas erreichen zu können, muss man ja erst einmal Träume haben! Zum Beispiel den Traum nicht von einem, sondern von vielen neuen Anfängen. 365 Tage im Jahr. Warum sollte man sich einen davon entgehen lassen? Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage gehen 19 Prozent der Deutschen pessimistisch ins neue Jahr, 35 Prozent äußern sich neutral und ganze 46 Prozent sind zuversichtlich. Das sollten mehr werden! Frei nach Mark Twain: „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“