Tempo 100 für die Ukraine

Tempo 100 für die Ukraine
Bild: pixabay.com, bookdragon

Wir alle fragen uns in diesen Tagen ja, wie wir denn konkret in der aktuellen Situation in der Ukraine helfen können. Zugegeben: man kann nicht allzu viel tun. Klar, wenn man die Möglichkeiten dazu hat, kann man Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen, kann Geld spenden, kann selbst mit Hilfsgütern an die ukrainische Grenze fahren. Aber viele können das eben auch nicht.

Mir hat sich am letzten Wochenende eine Möglichkeit aufgetan, an die ich, ganz ehrlich gesagt, vorher nicht gedacht habe. Ich hatte Veranstaltungen an der Mosel und bin, angesichts der hohen Dieselpreise, sehr tempo-bewusst gefahren. Mit dem sogar für mich überraschenden Ergebnis, dass ich tatsächlich nur 3,8 l Diesel/100 km brauche, wenn ich auf der Autobahn konsequent Tempo 100 fahre und auf der Landstraße Tempo 80 – statt 5,8 l wie sonst üblich.

Derzeit wird viel diskutiert, ob Deutschland auf russische Gas- und Ölimporten verzichten kann. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich das nicht beurteilen kann – wünschenswert wäre es natürlich schon, aber auch die Hilfstransporte in die Ukraine brauchen Sprit – und die Flüchtlinge eine warme Unterkunft. Es ist eine sehr komplexe Frage – da muss ich den Fachleuten vertrauen.

Aber was ich machen kann: Die Heizung ein Grad runterdrehen und demnächst ganz ausschalten – und Tempo 100 fahren. Und wenn das alle machen würden, wären es nicht nur 2 l auf 100 km, sondern das könnte sich summieren. Und noch schöner wäre es ja, wenn wir das alle freiwillig machen würden, eben aus Solidarität zur Ukraine – und nicht erst eine offizielle Regelung dafür bräuchten.

Über die Autorin

Andrea Schwarz ist Schriftstellerin, war lange Jahre pastorale Mitarbeiterin im Bistum Osnabrück und lebt im Emsland. Sie ist eine genaue und sensible Beobachterin ihrer Umwelt und der Menschen, denen sie begegnet. In ihren Texten versucht sie, Gott mitten im Alltag zu entdecken und Lust aufs Leben zu machen – nun erstmals auch in Form von Blogbeiträgen!

Zugegeben – Laster zu überholen wird damit zu einer neuen Herausforderung. Und dann sitzen einem andere Autofahrer fast schon im Nacken und ärgern sich, wenn ich da so langsam rumschleiche. Für die habe ich jetzt ein Schild gemacht, dass ich an die linke hintere Scheibe meines Auto geklebt habe – „Tempo 100 – der Ukraine zuliebe“. Dann sehen sie wenigstens beim Überholen, warum ich langsam fahre (wieso ist Tempo 100 eigentlich langsam – frage ich mich grad).

Hinten links – auch das aus einem einfachen Grund. Es mag mal eine Situation geben, in der ich doch schneller fahren muss. Wenn ich dieses Schild dann auf der Heckscheibe habe, dann denkt jeder: Na, so weit ist es mit der Solidarität für die Ukraine auch nicht her! Bei hinten links sehen es diejenigen, die mich überholen, aber nicht die, die ich eventuell notfalls  überholen muss.

Die Datei für das Schild finden Sie hier – und bitte gerne die Idee weitergeben und veröffentlichen!!!

Und – bei Tempo 100 sieht man auch noch was von der Landschaft! Ganz zu schweigen davon, dass es unserem Klima auch gut tut!!!

 

4 Kommentare zu “Tempo 100 für die Ukraine

    1. Danke – und darüber hinaus auch noch effektiv… an diesem Wochenende hatte ich Veranstaltungen am Bodensee und in der Schweiz – und Tempo 100 hat eine Ersparnis von fast 1/4 Barrel Öl (33,6 ltr.) erbracht, das nicht von Russland gekauft werden muss. Wenn viele mitmachen würden, könnte es durchaus eine spürbare Wirkung haben!
      Liebe Grüße, Andrea Schwarz

  1. Tolle Idee Andrea. Weg vom (be-)klagen, hin zum Tun. Das gefällt mir. So ist solidarisches Handeln praktisch möglich.

Schreibe einen Kommentar

Die von Ihnen verfassten Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern erst nach Prüfung durch das Bistum Osnabrück. Erforderliche Felder sind mit einem * markiert. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung