Unsterblichkeit – Der Tod ist nicht das Ende

Ein Mann steht vor einem Wasserfeld. Es ist ein Regenbogen zu sehen.
Bild: unsplash.com, Jared Erondu

„So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein!“ Ein starkes Statement, dass der im Sommer 2010 verstorbene Regisseur und Autor Christoph Schlingensief mit seinem gleichnamigen Buch in die Welt trägt.

Während seiner Krebserkrankung haderte er mit sich selbst, dem Tumor, der in ihm wuchs, und mit Gott. Warum ich? Wer hat Schuld? Wie wird die Geschichte ausgehen? So sehr ihn diese Fragen umtrieben, so sicher war er sich doch einer Sache: Er wollte nicht sterben, wollte die Welt der Lebenden nicht verlassen.

Die Angst vor dem Tod ist so alt wie das Leben selbst, und der Traum von Unsterblichkeit bewegt die Menschen seit jeher. Im ersten Jahrtausend machten sich Lebenshungrige auf die Suche nach dem Jungbrunnen; einer mystischen Quelle der ewigen Jugend. Später kam mit Science-Fiction-Filmen die Vorstellung in Mode, man könne sich einfrieren und Jahrzehnte später wieder auftauen lassen, um dann in einer neuen Welt weiter zu leben. Und auch heute stirbt er nicht aus, der Traum vom ewigen Leben: In J. K. Rowlings Harry-Potter-Filmen ist es der Bösewicht Lord Voldemort, der die Unsterblichkeit anstrebt. Er hat seine Seele in sieben Teile geteilt – in der Hoffnung, dass mindestens einer davon bestehen bleibt.
Fantasy, ja, aber im Grunde alles Ausdruck der gleichen Angst: der beängstigenden Vorstellung, dass das Leben auf Erden ohne einen weiter geht. Angst vor dem, was nach dem Tod kommt. Noch mehr Angst vielleicht davor, dass da gar nichts mehr kommt.

Das Grab ist leer, Bild: fotolia.de, Glenda Powers
Das Grab ist leer – Jesus Christus ist auferstanden von den Toten (Bild: fotolia.de, Glenda Powers)

Um dem zu entgehen, bietet das Internet heute ganz eigene Ansatzpunkte. Stayalive das „Portal für digitale Unsterblichkeit“ nennt sich beispielsweise eine Website. Hier können Menschen vor ihrem Tod das Leben danach planen – zumindest, was irdische Anliegen betrifft. Auf welchem Friedhof will ich begraben werden, welche Musik soll bei der Beerdigung gespielt werden und wer bekommt die Briefmarkensammlung? Das können Nutzer genau so klären, wie Sie Post und Fotos für ihre Lieben hinterlegen können, ihre Lieblingsmusik, alte Familienrezepte oder wichtige Dokumente. Nach dem Tod können dann Freunde und Verwandte die Seite pflegen, sich in ein digitales Kondolenzbuch eintragen und sich an den Toten erinnern. Ähnliches bietet auch das Portal mywonderfullife.com an.

 Wir alle sind geliebte Kinder Gottes. Das Vertrauen darauf nimmt uns vielleicht nicht die Angst vorm Sterben, aber im Glauben bleibt uns doch die Hoffnung, dass wir mit Jesus Christus auferstehen. Oder wie es die Autorin des Bibelfensters vom letzten Sonntag im Kirchenjahr so treffend wie tröstlich beschreibt: „Das Ende ist nicht Ende, sondern nicht endendes Leben.“