Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Hier stehe ich, ich kann nicht anders
Bild: unspalsh.com, Mads Schmidt-Rasmussen

500 Jahre Reformation – in diesen Tagen geht das große Jubiläum zu Ende. Im Bistum Osnabrück gab es dazu viele Veranstaltungen: Kunstprojekte, Begegnungen und Gottesdienste. Bei einem Preacher Slam im Forum am Dom haben jetzt drei Frauen und drei Männer Texte in der Tradition Martin Luthers vorgetragen. Das Motto war: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ – die wohl bekanntesten Worte Martin Luthers, die er jedoch nur der Legende nach auf dem Reichstag von Worms sprach.

Diese Worte haben die sechs Preacher Slamer in ganz unterschiedlicher Art und Weise verarbeitet, so dass die Kurzpredigten entsprechend mal lustig, mal nachdenklich, mal poetisch und mal politisch ausfielen.

Hier sehen Sie nochmal alle Beiträge im Videomitschnitt:

Der Gewinner des Abends ist zugleich auch der Titelverteidiger des vergangenen Preacher Slams: Tom Herter aus Osnabrück punktete beim Publikum mit alltäglichen Aufreger-Themen, die wohl jeder Osnabrücker kennt: Neumarkt, VfL, Radwege. Und er slamte von Jesus am Kreuz, der sagt „Ich hänge hier und kann nicht anders“.

 

Einen sehr politischen Beitrag, der beispielsweise die Schere zwischen Arm und Reich, den Aufstieg der AfD oder Krieg thematisierte, steuerte Bo Wimmer bei. Der Marburger begann dabei mit einem dadaistischen Kurzgedicht. Seine Performance kam beim Publikum an und spielte ihm den zweiten Platz ein.

 

Maria als Vorbild, der Hype um Maria – gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der Mutter Jesu Christi und dem Alltag einer jungen Mutter und Gemeindereferentin? Maria Springwald aus Melle befasste sich in ihrem Beitrag mit ihrer Namensvetterin. Ihre Worte brachten der Newcomerin Platz drei in der Gesamtbewertung!

 

Martina Jeßnitz sprach über die Frage, was wirklich wichtig ist. Was das genau sei, müsse jeder für sich herausfinden, denn eigene Wahrhaftigkeit finde man nur in sich. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ ist für die Osnabrückerin somit auch die Notwendigkeit, einen unbequemeren, aber wahrhaftigeren Weg zu gehen.

 

Sehr tiefgründig präsentierte sich Daniela Boltres mit einer „Collage aus Geschichten von Flucht, Hatespeech, Schlagzeilen und ein blaues Klavier“. Ihr Plädoyer: fremde Menschen willkommen heißen! Das regte die Zuschauer zum Nachdenken an.

 

Poetisch und kreativ waren die beiden kürzeren Stücke von Profi-Slamer Marco Michalzyk. In „Heute ist morgen schon gestern“ und auch in seinem zweiten Text stellte er viele Fragen: Tiefsinniges verpackt in schönen Worten.

 

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