Solo, aber nicht allein

Eine hüpfende Frau in einem knallgelben Oberteil.
Mit #sologlücklich gibt es ein neues Angebot für Singles im Bistum Osnabrück. Bild: Bistum Osnabrück

Knallgelbes Oberteil, Luftsprung, beide Arme weit nach oben. Die Gestalt strahlt pure Fröhlichkeit aus. #sologlücklich prangt als Hashtag über ihr. So heißt das  neue Angebot im Bistum Osnabrück für die Singlepastoral. Bis in den März 2021 sind dafür verschiedene Veranstaltungen konzipiert worden.

„Singles sind eine große Gruppe und wollen wahrgenommen werden“, so Barbara Nick, die zusammen mit Lydia Egelkamp und Sebastian Mutke das Programm von #sologlücklich erarbeitete. So leben etwa ein Drittel aller Kirchenmitglieder alleine: „Wer sich etwa einmal in einem Gottesdienst umschaut, wird feststellen, dass dort viele Menschen sind, die keinen Partner oder keine Partnerin haben“, ergänzt Sebastian Mutke. Denn Singles, das sind nicht nur die jungen Erwachsenen, die noch niemanden gefunden haben, Singles sind auch Witwen und Witwer, Alleinerziehende oder einfach Menschen, die Lust haben, solo zu leben.

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Telefonische Infos gibt es unter der Nummer 0541/318 251.

#sologlücklich ergänzt und weitet die kirchlichen Angebote im Familienbereich von Jung bis Alt. Dabei ist die Verzahnung in die Frauen- oder Männerseelsorge sehr eng – sind doch Lydia Egelkamp und Sebastian Mutke dafür ohnehin zuständig.

Keine kirchliche Heiratsvermittlung

Bei drei „Sologlücklich-Sonntagen“ geht es im neuen Programm um das „Solo sein“, „Solo als Christ*in“ und „Gemeinsam Solo sein“. Das ist absichtlich so weit gefasst, damit die Teilnehmenden auch ihre eigenen Themen einbringen können – genau wie beim Abend „Single meets culture“ oder dem Wochenende für Singles unter dem Titel „Nordmenschen am Meer“. Außer einem Brunch speziell für junge Erwachsene sind die Angebote für Menschen jeden Alters offen.

Dabei ist #sologlücklich keine kirchliche Heiratsbörse oder Partnervermittlung. Auch wenn in einer kürzlich erschienenen Umfrage herauskam, dass die meisten christlichen Singles gerne in einer Partnerschaft leben würden. Singles seien nicht unvollständig, weil sie allein sind, sagt Barbara Nick. Auch muss das Leben als Single nicht heißen, dass man allein lebt. „Es gibt Wohngemeinschaften oder andere Formen des Zusammenlebens.“

Beratung bei der EFLE

Beratung für Singles bietet die „Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatung“ (EFLE) im Bistum Osnabrück. Angesprochen werden können Fragen aus dem Arbeitsumfeld, nach der eigenen Sexualität, der Herkunftsfamilie, dem Freundeskreis, Einsamkeit, Zukunftsträumen oder Verletzungen. Das Angebot ist kostenlos. Termine können mit der nächsten Beratungsstelle vereinbart werden: EFLE-Internetseite.

Aber kann man als Single, noch dazu als katholischer oder katholische, wirklich glücklich sein? In einem kirchlichen Umfeld, das durch die Heilige Familie geprägt ist, dass die Ehe so hoch stellt? „Das Singlesein wird in der Kirche oft  als Vorstufe zur Ehe gesehen. Aber es ist mehr als das“, sagt Sebastian Mutke. „In den Texten des Neuen Testamentes können wir lesen, dass die Entscheidung solo zu sein und zu leben, ein modellhafter Lebensstil für Christ*innen ist.“ Mittlerweile seien Singles ein Stückweit „Avantgarde“ in der Gesellschaft, bestimmten Trends und Stimmungen. „Deshalb ist das nicht nur ein Angebot, das wir als Kirche für eine bestimmte Zielgruppe machen. Es ist ein Dienst in die Kirche hinein, wir tun etwas für Kirche, wir entdecken miteinander das Evangelium neu“, denkt Sebastian Mutke.

Singles – auch ein Thema beim Bodenpersonal

Mit dem Thema „Singles“ hat sich auch das Bodenpersonal des Bistums Osnabrück beschäftigt – vier Menschen aus dem Bistum, die auf YouTube.de ganz unterschiedliche Videos veröffentlichen. Sind Singles schlanker? Egoistischer? Unglücklicher? Antworten auf diese und weitere häufig gestellte Fragen bei der Suchmaschine Google gibt Pfarrer Maik im Video aus der Reihe Gott vs. Google – Ihr fragt Google, Pfarrer Maik antwortet. Viel Spaß damit!

 

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