Neue Wege des Friedens durch Dialog und Begegnung

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Bild: pfarrbriefservice.de, Ursula Graber

Zum Abschluss des internationalen Weltfriedenstreffens der Gemeinschaft Sant’Egidio haben hochrangige Vertreter aller Weltreligionen zur Begegnung und zum Dialog aufgerufen. Drei Tage lang, vom 10. bis 12. September 2017, hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens unter dem Motto „Wege des Friedens“ in Osnabrück und Münster ausgetauscht.

In einem gemeinsamen Friedensappell verpflichteten sich die Religionsvertreterinnen und -vertreter, dafür zu arbeiten, dass die Ursachen vieler Konflikte beseitigt werden, so zum Beispiel die Gier nach Macht und Geld, der Waffenhandel, der Fanatismus und der Nationalismus. „Als Vertreter der Weltreligionen wollen wir den Blick über unsere Horizonte hinaus richten und eine neue Bewegung des Dialogs ins Leben rufen. Die Begegnung und der Dialog entwaffnen und halten die Gewalttäter auf. Denn wir wissen, dass der Krieg niemals heilig ist und dass jene, die im Namen Gottes töten, weder im Namen einer Religion noch im Namen der Menschen handeln“, heißt es in dem Appell weiter.

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Auch der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hob die Bedeutung des Dialogs und der Begegnung für den Frieden hervor: „Gerade heute sind die Netzwerke des Friedens von überlebensnotwendiger Bedeutung für die Welt angesichts der grausamen Netzwerke der Ungerechtigkeit, der Gewalt und des Terrors. Bei diesem Treffen wurden Netzwerke der Freundschaft geknüpft gegen die unheimliche Vernetzung des Bösen, das uns jeden Tag erschrecken lässt. Hier, unter uns, vernetzen sich Menschen verschiedenster Herkunft und Kultur für eine bessere Zukunft der Menschheitsfamilie und der Schöpfung.“

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Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio, die die internationalen Weltfriedentreffen seit 30 Jahren veranstaltet, rief alle Gläubigen dazu auf, im Angesicht der Armut, der Krisen und Konflikte auf der Welt nicht zu resignieren. Außerdem betonte er die Macht des Gebets: „Das Gebet bezwingt die Grenze des Unmöglichen: Es wendet sich an den, der alles vermag. In ihm hallen das Leid und manchmal der Schrei derer wider, die im Krieg leben. Im Gebet, in der Tiefe unseres Glaubens, entdecken wir, dass der Friede nicht unmöglich ist, weil er ein Geschenk Gottes ist. Die Religionen sind in ihrer Tiefe Wege des Friedens. Mögen sie mit der Hilfe aller Frauen und Männer guten Willens immer mehr und wo immer nötig Wege des Friedens eröffnen.“