Ökumene im Bistum Osnabrück

Neujahrstag 2022 mit Superintendent Joachim Jeska, Bischof Franz-Josef Bode, Regionalbischof Friedrich Selter und Diözesanbeauftragte Stephanie van de Loo.
In Osnabrück ist es gute Tradition, das Jahr mit einem ökumenischen Gottesdienst zu beginnen, hier am Neujahrstag 2022 mit Superintendent Joachim Jeska, Bischof Franz-Josef Bode, Regionalbischof Friedrich Selter und Diözesanbeauftragte Stephanie van de Loo. Bild: Sprengel Osnabrück, Brigitte Neuhaus

In den Kirchen und christlichen Konfessionen gibt es seit langem das Bedürfnis nach Einheit im Glauben. Sie erkennen den vielfältigen kirchlichen und auch politischen Handlungsbedarf sowie die anstehenden Aufgaben, die sie in einer zunehmend säkularisierten Welt nur gemeinsam lösen können.

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„Früher haben wir begründet, wenn wir etwas ökumenisch zusammen gemacht haben – heute müssen wir begründen, wenn wir etwas nicht ökumenisch tun,“ so beschreibt die Diözesanbeauftragte Stephanie van de Loo den enormen Stellenwert von Ökumene heute. In der Charta Oecumenica, die auf dem 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 unterzeichnet wurde, haben sich die Kirchen verpflichtet, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe des Glaubens oder größere Zweckmäßigkeit dem entgegenstehen. „Diese Umkehr der Begründungspflicht wollen wir ernst nehmen“, bestätigt der bischöfliche Beauftragte für Ökumene, Reinhard Molitor. „Im Bistum Osnabrück ist es uns ein Anliegen, im regelmäßigen Austausch zu sein und gemeinsam ein christliches Zeugnis in der Welt zu geben.“

Die ökumenische Zusammenarbeit ist tatsächlich in vielen kirchlichen Arbeitsfeldern ein inzwischen selbstverständliches Gut, sei es in diakonischen und caritativen Projekten, in der kategorialen Seelsorge wie Krankenhaus oder Gefängnis, in Schulen und natürlich in den Gemeinden. Der Weltgebetstag der Frauen, der ökumenische Jugendkreuzweg, ökumenische Gottesdienste am Pfingstmontag und viele weitere Traditionen prägen das Glaubensleben vor Ort. Mehr als 40 Prozent aller kirchlich getrauten Paare gehören unterschiedlichen Konfessionen an. Diesen konfessionsverbindenden Ehen und Familien will das Bistum alle Unterstützung geben, um ihren gemeinsamen Glauben leben zu können und beispielsweise auch gemeinsam an der Eucharistie teilzunehmen.

Derzeit wird der Vorschlag eines gemeinsam verantworteten Christlichen Religionsunterrichts in Niedersachsen diskutiert, den auch der Katholikenrat und die Ökumenekommission im Bistum Osnabrück unterstützt. „Dieses Spektrum zeigt: Wir haben schon viele Schritte geschafft auf unserem ökumenischen Weg“, so Reinhard Molitor. „Und gleichzeitig können und müssen wir noch viele weitere mutige und kreative Schritte tun, wenn wir tatsächlich alles gemeinsam machen wollen, was möglich ist.“  

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Stephanie van de Loo

Stephanie van de Loo
Domhof 12
49074 Osnabrück
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Reinhard Molitor

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Domhof 12
49074 Osnabrück
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Das Bistum Osnabrück pflegt vielfältige Beziehungen zu den verschiedenen Partnerkirchen. Es ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Niedersachsen und in der Evangelisch-katholischen Gebietskommission Norddeutschlands. Auch vor Ort gibt es ökumenische Zusammenschlüsse, lokale ACKs sowie regelmäßigen Austausch zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen und Gremien. Die bischöfliche Kommission für Ökumene berät den Bischof und die diözesanen Gremien und gibt Impulse, um die ökumenische Zusammenarbeit immer weiter zu vertiefen. Im Jahr 2023 ist das Bistum Osnabrück erstmals als einer der Träger der ökumenischen Kampagne „Klimafasten“ beteiligt. „In dieser Kampagne ’so viel du brauchst‘ verbindet sich der konkrete gemeinsame Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung mit geistlichen ökumenischen Zugängen: Genau diese Verbindung entspricht dem, was uns als christliches Zeugnis in der Welt wichtig ist“, so beschreibt Stephanie van de Loo die Motivation zur Trägerschaft.

Einen besonderen Ort der Ökumene im Bistum Osnabrück stellt die Stiftung Kloster Frenswegen in Nordhorn dar: Das ehemalige Kloster bietet als ökumenisches Tagungs- und Gästehaus seit 1974 Raum für Bildung, Besinnung und Begegnung.  Durch die Trägerschaft durch sechs Kirchen wird hier sehr konkret spürbar, wie herausfordernd und vor allem wie bereichernd es ist, wenn verschiedene inhaltliche, spirituelle und strukturelle Ausprägungen zusammenfinden und gemeinsam ihren Auftrag wahrnehmen.