Gründonnerstag

Füße im Wasser
Bild: unsplash.com, Nirzar Pangarkar

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Johannes 13,3-5,12-15

Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Auf diesem gemeinsamen Weg kurz vor seinem Tod hält Jesus inne. Er steht vom Mahl auf, legt sein Gewand ab und wäscht seinen Jüngern die Füße. Ein ungewohnter Schritt – und ein bewusster.

Jesus weiß, woher er kommt und wohin er geht. Gerade deshalb macht er sich klein. Er übernimmt einen Dienst, der sonst anderen überlassen wird. Mit der Fußwaschung zeigt er, was seinen Weg ausmacht: mit Gott verbunden sein und den Menschen dienen.

„Ich habe euch ein Beispiel gegeben“, sagt Jesus. Sein Weg ist kein Machtweg, sondern ein Weg der Nähe. Kein gerader, bequemer Weg, sondern einer, der sich dem anderen zuwendet – auch dort, wo es unangenehm oder verletzlich wird.

An diesem Tag erinnern wir uns auch daran, dass dieser Weg Jesu in die Nacht führt: in Verrat, Gefangennahme und Leiden. Der Gründonnerstag steht am Übergang – zwischen Gemeinschaft und Einsamkeit, zwischen Mahl und Kreuz.

Wo bin ich auf meinem Weg bereit, einem anderen Menschen zu dienen – und wo gehe ich lieber weiter?

Wenn ihr zürnt, sündigt nicht! Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen.

Epheser 4,26