Telgter Wallfahrt in Corona-Zeiten

Das Gnadenbild von Telgte
Das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter von Telgte Bild: Kirchenbote, Matthias Petersen

Vielen juckt es an diesem Wochenende besonders in den Füßen: eigentlich wäre es das Wochenende der Telgter Wallfahrt. Viele tausend junge wie ältere Menschen würden sich gerne auf den Weg machen zum Gnadenbild, zur Mutter Gottes nach Telgte. Aber auch hier macht die Coronapandemie dies nicht möglich.

Deshalb wird es in diesem Jahr eine andere Form geben müssen: Am Sonntag, 12. Juli, um 10 Uhr, wird ein Pilgergottesdienst mit unserem Bischof Franz-Josef Bode zur Telgter Wallfahrt ersatzweise aus dem Osnabrücker Dom live übertragen. Um diese „Gemeinschaft“ in diesem schwierigen Jahr zum Ausdruck zu bringen, werden sich einige Wallfahrtsvereine und Gruppen in Eigenverantwortung und unter Berücksichtigung der Abstandsregeln an einer Klause oder einem Wegkreuz zeitgleich um 10:30 Uhr zu einem Wortgottesdienst oder einem kurzen Gedenken versammeln.

Telgter WallfahrtWas macht diese und auch andere Wallfahrten so besonders?

Ich denke, das Gemeinsam-unterwegs- sein; ein Ziel zu haben, etwas (unter Anstrengungen) erreichen zu wollen. Das hat so viel mit dem eigenen Leben zu tun: Auch dort sind wir unterwegs mit allen Höhen und Tiefen.

Auf der Wallfahrt findest du Trost und Kraft in der Gemeinschaft, du kommst anders zu Hause wieder an, als du gegangen bist; und das nicht nur, weil du froh bist, den Weg geschafft zu haben. Es ist das Besondere, sich auf den Weg zu machen, „zu Maria“ wie viele sagen, der Mutter Gottes, deren Leben oft Parallelen zum eigenen aufweist: Sorgen, Kummer, aber auch Freude und Zuversicht. Ihr traue ich zu, dass sie mich versteht, dass meine Sorgen und Anliegen und die der anderen, bei ihr gut aufgehoben sind: Sie wird sie weiter reichen zu ihrem Sohn auf das den Menschen Kraft, Trost und Zuversicht zu wächst.

Über den Autor

Johannes Wübbe ist Weihbischof in unserem Bistum. Auf wen er in seinem Alltag trifft und was ihn bewegt – wir werden das in seinen Blogbeiträgen verfolgen.

Auch in diesem Jahr werden die Gebetsanliegen auf den Weg nach Telgte mitgenommen und zum Gnadenbild gebracht. In den vergangenen Wochen waren alle eingeladen Gebetsanliegen, die dem Telgter Gnadenbild anvertraut werden sollen, in St. Johann in Osnabrück einzureichen. Diese wurden in einem Buch zusammengestellt, und werden dann am Wallfahrtssamstag nach Telgte gebracht.

„Ich bin da, wo du bist!“ (Exodus 3,14) – so lautet dieses Jahr das Wallfahrtsmotto. Es ist die Zusage Gottes an seinen Propheten Mose, die auch uns allen gilt. Hoffentlich dürfen auch Sie diese Erfahrung immer wieder machen, auch wenn Sie, in diesem Jahr anders als sonst, z.B. das Gnadenbild in Telgte besuchen. Möge so Gottes Gegenwart auch in uns sein, auf das wir auf all unseren (Wall-)Fahrten des Lebens nicht allein sind.

 

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