Große Leere als kleiner Anfang

Große Leere als kleiner Anfang

Ein Bild aus den vergangenen Tagen werde ich nicht vergessen: Papst Franziskus allein auf den menschenleeren Petersplatz in Rom. Gebet für die Opfer der Corona-Pandemie. – Wir haben eine ungewöhnliche Fastenzeit erlebt. Leere Kirchen, die uns an anderes erinnern: Verdrängen wir die große Leere, die verbreitete Perspektivlosigkeit?

Papst Franziskus hat uns eine Perspektive der Christen in unserer Zeit vor Augen gestellt: Kirche als „Feldlazarett“. In diesem Bild möchte uns der Papst ermutigen, uns nicht von der Welt abzuspalten, sondern auf die Verletzungen einzulassen, die physisch, psychisch und geistlich unsere Zeit bestimmen. Die Kirche hat große Erfahrungen mit „Lazaretten“, mit Krankenhäusern, die oft aus einem Impuls des Evangeliums entstanden sind.

Über den Autor

Theo Paul ist Generalvikar und damit Stellvertreter des Bischofs und Leiter der Verwaltung des Bistums. In seinen Blogbeiträgen greift er gerne aktuelle Themen auf.

Der leere Peterplatz ist für mich ein Bild für unsere kirchliche Situation. Wir haben kein fertiges Rezept für die Verkündigung in unserer säkularen Gesellschaft.

Die leeren Kirchen in dieser Fastenzeit haben dazu geführt, dass wir im rasanten Tempo unsere digitale Präsenz ausgebaut haben. Was ansonsten erst über langwierige Verhandlungen möglich wäre, passiert in der Krise in wenigen Stunden und Tagen. Allein diese „virtuelle Frömmigkeit“ wird dauerhaft unseren Umgang mit den neuen Medien beeinflussen. Wie wird Kirche als soziale Kommunikations- und Erlebnisgemeinschaft mit der Bildschirmkirche umgehen? Der Ausnahmezustand kann Ermutigung sein, sich der Leere zu stellen und neue Formen der Kirche zu gestalten.

 

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